BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

Fußböden

Icon: Baustein A 028



Gefährdungen

  • Nicht intakte Fußbodenbeläge können zum Stolpern, Rutschen und Stürzen von Personen führen.

Allgemeines

  • Fußböden in Betrieben und auf Baustellen umfassen nicht nur die Tragschicht, den Fußbodenaufbau und die Oberfläche, sondern auch Auflagen wie Matten, Roste, Abdeckvliese oder Teppiche.
  • Bei der Auswahl der Bodenbeläge auch die spätere Art des Reinigungsverfahrens berücksichtigen.
  • In Räumen mit Gefahrstoffen den Fußboden mit einem Kehlsockel ausbilden.
  • Bei unvermeidbaren Steharbeitsplätzen den Fußboden wärmegedämmt und mit ausreichend stoßdämpfenden und elastischen Bodenbelägen ausstatten.

Schutzmaßnahmen

Gegen Stolpern

  • Leisten, Abdeckungen, Ablaufrinnen etc. in begehbaren Bereichen des Fußbodens in Arbeitsräumen und Verkehrswegen
    • kipp- und trittsicher,
    • bündig,
    verlegen und im Fußboden verankern.
  • Bei Höhenunterschieden bis zu 2 cm eine Abschrägung mit einem Winkel von höchstens 25° anbringen.
  • Größere Höhenunterschiede durch begehbare Schrägrampen überbrücken.

Gegen Ausrutschen

  • Je nach Arbeitsraum Beläge mit hoher Rutschhemmung oder zusätzlich mit Verdrängungsraum einbauen. s. Tabelle
  • Im Außenbereich möglichst Überdachungen vor Gebäudeeingängen vorsehen.
  • Bei Gebäudeeingängen Sauberlaufzonen einrichten durch Schmutz- und Feuchtigkeitsaufnehmer. Sauberlaufzonen mindestens 1,5 m lang ausbilden.
  • Sauberlaufzonen gegen Verrutschen sichern und bündig mit dem Bodenbelag abschließen.
  • Fußbodenbereich kennzeichnen und ggf. absperren, wenn die Rutschhemmung kurzzeitig herabgesetzt ist, z. B. bei Reinigungsarbeiten.

Zusätzliche Hinweise zu Fußböden auf Baustellen

  • Auf ausreichende Trittsicherheit achten, wenn auf Baustellen Fußböden oder Treppen mit temporären Belägen, abgedeckt werden z. B.:
    • Malerabdeckvliese als Schutz vor Verschmutzung,
    • PVC Folien als Feuchtigkeitssperren,
    • Auflagen aus Pappe als Schutz vor Beschädigung,
    • Auflagen gegen Funkenflug.
  • Temporäre Abdeckungen nur auf sauberen und trockenen Böden verlegen. Temporäre Abdeckungen dürfen nicht verschiebbar sein.
  • Faltenbildung von temporären Abdeckungen beseitigen.
  • Temporäre Abdeckungen nicht über Bodenöffnungen und Leitungen verlegen.
  • Als Schutz vor Funkenflug nur schwer entflammbare Abdeckungen verwenden.
  • Beim Umgang mit Flüssigkeiten nur temporäre Abdeckmaterialien mit saugender Oberfläche verwenden.
  • Sicherstellen, dass temporäre Abdeckungen während der gesamten Nutzungszeit gegen Verschieben befestigt sind.
  • Produkte verwenden, die eine DGUV-Test Prüfbescheinigung haben.



Anforderungen an die Rutschhemmung von Fußböden
(Auszug aus Anhang 2 der ASR A1.5/1,2)
R = Bewertungsgruppe der Rutschgefahr (R-Gruppe)
V = Verdrängungsraum mit Kennzahl für das Mindestvolumen
0Allgemeine Arbeitsräume und -bereiche
0.1Eingangsbereiche, innen*)R 9 
0.2Eingangsbereiche, außenR 11 oder R 10V 4
0.3Treppen, innen**)R 9 
0.4AußentreppenR 11 oder R 10V 4
0.5Schrägrampen, innen**) (z. B. Rollstuhlrampen, Ausgleichsschrägen, Transportwege)Eine R-Gruppe höher als für den Zugangsbelag erforderlichV-Wert des Zugangsbelags, falls zutreffend
0.6Sanitärräume  
0.6.1ToilettenR 9 
0.6.2 Umkleide- und Waschräume R 10 
0.7Pausenräume (z. B. Aufenthaltsraum, Betriebskantinen)R 9 
0.8 Erste-Hilfe-Räume und vergleichbare Einrichtungen (siehe ASR A4.3) R 9 
16Lackierereien
16.1NassschleifbereicheR 12V 10
16.2PulverbeschichtungR 11 
16.3LackierungR 10V 4
19Betonwerke
19.1BetonwaschplätzeR 11 
20Lagerbereiche
20.3Lagerbereiche im FreienR 11 oder R 10 
22Metallbe- und -verarbeitung, Metall-Werkstätten
22.2GraugussbearbeitungR 11V 4
22.2Mechanische Bearbeitungsbereiche (z. B. Dreherei, Fräserei), Stanzerei, Presserei,Zieherei (Rohre, Drähte) und Bereiche mit erhöhter Öl-SchmiermittelbelastungR 11V 4
22.4Teilereinigungsbereiche, Abdämpfbereiche R 12
23Werkstätten für Fahrzeug-Instandhaltung
23.1Instandsetzungs- und WartungsräumeR 11 
23.2Arbeits- und PrüfgrubeR 12V 4
23.3Waschhalle, WaschplätzeR 11V 4
30Betriebliche Verkehrswege in Außenbereichen
30.1GehwegeR 11 oder R 10V 4
30.2Laderampen  
30.2.1überdachtR 11 oder R 10V 4
30.2.2nicht überdachtR 12 oder R 11V 4
30.3Schrägrampen (z. B. für Rollstühle, Ladebrücken)R 12 oder R 11V 4
30.4Betankungsbereiche  
30.4.1überdachtR 11 
30.4.2nicht überdachtR 12 
*) Eingangsbereiche gemäß Nummer 0.1 sind Bereiche, die durch Eingänge direkt aus dem Freien betreten werden und in die Feuchtigkeit von außen hereingetragen werden kann.
**) Treppen, Rampen gemäß Nummer 0.3 und 0.5 sind diejenigen, auf die Feuchtigkeit von außen hineingetragen werden kann.

Zusätzliche Hinweise zu Fußbodenrosten

  • Bei Planung und Auswahl von Fußbodenrosten deren
    • Tragfähigkeit,
    • Durchbiegung,
    • lichte Maschenweite/Lochung,
    • Rutschhemmung,
    entsprechend der Verwendung beachten.
  • Fußbodenroste sicher befestigen
  • Je nach Einsatzbedingungen entsprechende Korrosionsschutz-Maßnahmen berücksichtigen.
Prüfzeichen

Weitere Informationen:

Arbeitsstättenverordnung
ASR A1.5/1,2 Fußböden
DGUV Regel 108-003 Fußböden in Arbeitsräumen und Arbeitsbereichen mit Rutschgefahr
DGUV Information 208-007 Roste-Auswahl und Betrieb
DGUV Information 208-008 Roste-Montage


07/2015


 

 

 

Webcode: M1223-50


Volltextsuche mit Filterfunktionen

Was ist neu?

Die Bausteine auf dem Smartphone oder Tablet-PC

Ausgabe 2016

Infos hier