BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

Fußböden

Icon: Baustein



Gefährdungen

  • Nicht intakte Fußbodenbeläge können zum Stolpern, Rutschen und Stürzen von Personen führen.

Allgemeines

  • Fußböden in Betrieben und auf Baustellen umfassen nicht nur die Tragschicht, den Fußbodenaufbau und die Oberfläche, sondern auch Auflagen wie Matten, Roste, Abdeckvliese oder Teppiche.
  • Bei der Auswahl der Bodenbeläge auch die spätere Art des Reinigungsverfahrens berücksichtigen.
  • In Räumen mit Gefahrstoffen den Fußboden mit einem Kehlsockel ausbilden.
  • Bei unvermeidbaren Steharbeitsplätzen den Fußboden wärmegedämmt und mit ausreichend stoßdämpfenden und elastischen Bodenbelägen ausstatten.

Schutzmaßnahmen

Gegen Stolpern

  • Leisten, Abdeckungen, Ablaufrinnen etc. in begehbaren Bereichen des Fußbodens in Arbeitsräumen und Verkehrswegen
    • kipp- und trittsicher,
    • bündig,
    • höhengleich mit der Fußbodenoberfläche,
    verlegen und im Fußboden verankern.
  • Bei Höhenunterschieden bis zu 2 cm eine Abschrägung mit einem Winkel von höchstens 25° anbringen.
  • Größere Höhenunterschiede durch begehbare Schrägrampen überbrücken.

Gegen Ausrutschen

  • Je nach Arbeitsraum Beläge mit hoher Rutschhemmung oder zusätzlich mit Verdrängungsraum einbauen. s. Tabelle.
  • Im Außenbereich möglichst Überdachungen vor Gebäudeeingängen vorsehen.
  • Bei Gebäudeeingängen Sauberlaufzonen einrichten durch Schmutz- und Feuchtigkeitsaufnehmer. Sauberlaufzonen mindestens 1,5 m lang ausbilden.
  • Sauberlaufzonen gegen Verrutschen sichern und bündig mit dem Bodenbelag abschließen.
  • Fußbodenbereich kennzeichnen und ggf. absperren, wenn die Rutschhemmung kurzzeitig herabgesetzt ist, z. B. bei Reinigungsarbeiten.

Zusätzliche Hinweise zu Fußböden auf Baustellen

  • Auf ausreichende Trittsicherheit achten, wenn auf Baustellen Fußböden oder Treppen mit temporären Belägen, abgedeckt werden z. B.:
    • Malerabdeckvliese als Schutz vor Verschmutzung,
    • PVC Folien als Feuchtigkeitssperren,
    • Auflagen aus Pappe als Schutz vor Beschädigung,
    • Auflagen gegen Funkenflug.
  • Temporäre Abdeckungen nur auf sauberen und trockenen Böden verlegen. Temporäre Abdeckungen dürfen nicht verschiebbar sein.
  • Faltenbildung von temporären Abdeckungen beseitigen.
  • Temporäre Abdeckungen nicht über Bodenöffnungen und Leitungen verlegen.
  • Als Schutz vor Funkenflug nur schwer entflammbare Abdeckungen verwenden.
  • Auch beim Umgang mit Flüssigkeiten muss die temporäre Abdeckung rutschsicher sein, z. B. durch saugende Oberflächen.
  • Produkte verwenden, die eine DGUV-Test Prüfbescheinigung haben.
Prüfzeichen



Anforderungen an die Rutschhemmung von Fußböden
(Auszug aus Anhang 2 der ASR A1.5/1,2)

  Arbeitsräume, -bereiche und betriebliche Verkehrswege R=Bewertungsgruppe der Rutschgefahr (R-Gruppe) V=Verdrängungsraum mit Kennzahl für das Mindestvolumen
0 Allgemeine Arbeitsräume und -bereiche    
0.1 Eingangsbereiche, innen*) R 9  
0.2 Eingangsbereiche, außen R 11 oder R 10 V 4
0.3 Treppen, innen**) R 9  
0.4 Außentreppen R 11 oder R 10 V 4
0.5 Schrägrampen, innen**) (z. B. Rollstuhlrampen, Ausgleichsschrägen, Transportwege) Eine R-Gruppe höher als für den Zugangsbelag erforderlich V-Wert des Zugangsbelags, falls zutreffend
0.6
0.6.1
0.6.2
Sanitärräume
Toiletten
Umkleide- und Waschräume
 
R 9
R 10
 
0.7 Pausenräume (z.B. Aufenthaltsraum, Betriebskantinen) R 9  
0.8 Erste-Hilfe-Räume und vergleichbare Einrichtungen (siehe ASR A4.3) R 9  
 
16 Lackierereien
16.1 Nassschleifbereiche R 12 V 10
16.2 Pulverbeschichtung R 11  
16.3 Lackierung R 10  
 
19 Betonwerke    
19.1 Betonwaschplätze R 11  
 
20 Lagerbereiche    
20.3 Lagerbereiche im Freien R 11 oder R 10 V 4
 
22 Metallbe- und -verarbeitung, Metall-Werkstätten    
22.2 Graugussbearbeitung R 11 V 4
22.3 Mechanische Bearbeitungsbereiche (z.B. Dreherei, Fräserei), Stanzerei, Presserei, Zieherei (Rohre, Drähte) und Bereiche mit erhöhter Öl-Schmiermittelbelastung R 11 V 4
22.4 Teilereinigungsbereiche, Abdämpfbereiche R 12  
 
23 Werkstätten für Fahrzeug-Instandhaltung    
23.1 Instandsetzungs- und Wartungsräume R 11  
23.2 Arbeits- und Prüfgrube R 12 V 4
23.3 Waschhalle, Waschplätze R 11 V 4
 
30 Betriebliche Verkehrswege in Außenbereichen    
30.1 Gehwege R 11 oder R 10 V 4
30.2 Laderampen    
30.2.1 überdacht R 11 oder R 10 V 4
30.2.2 nicht überdacht R 12 oder R 11 V 4
30.3 Schrägrampen (z.B. für Rollstühle, Ladebrücken) R 12 oder R 11 V 4
30.4 Betankungsbereiche    
30.4.1 überdacht R 11  
30.4.2 nicht überdacht R 12  

 

 


*) Eingangsbereiche gemäß Nummer 0.1 sind die Bereiche, die durch Eingänge direkt aus dem Freien betreten werden und in die Feuchtigkeit von außen hereingetragen werden kann.
**) Treppen, Rampen gemäß Nummer 0.3 und 0.5 sind diejenigen, auf die Feuchtigkeit von außen hineingetragen werden kann.

Zusätzliche Hinweise zu Fußbodenrosten

  • Bei Planung und Auswahl von Fußbodenrosten deren
    • Tragfähigkeit,
    • Durchbiegung,
    • lichte Maschenweite/Lochung,
    • Rutschhemmung,
    entsprechend der Verwendung beachten.
  • Fußbodenroste sicher befestigen.
  • Je nach Einsatzbedingungen entsprechende Korrosionsschutz-Maßnahmen berücksichtigen.

Weitere Informationen:

Arbeitsstättenverordnung
ASR A1.5/1,2 Fußböden
DGUV Regel 108-003 Fußböden in Arbeitsräumen und Arbeitsbereichen mit Rutschgefahr
DGUV Information 208-007 Roste-Auswahl und Betrieb
DGUV Information 208-008 Roste-Montage


07/2017


 

 

 

Webcode: M1223-50


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