BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

Gefährdungsbeurteilungen

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Vorgehensweise

Gefährdungen

  • Die Beurteilung von Gefährdungen ist die Voraussetzung von wirksamen und betriebsbezogenen Arbeitsschutzmaßnahmen. Sie ist Pflicht für jeden Unternehmer.

Vorgehensweise (1)

  • Festlegen/Abgrenzen der zu untersuchenden Arbeitsbereiche, z. B. Betriebsorganisation, Objekt, Baustelle, Werkstatt, und der dort auszuführenden Tätigkeiten.
  • Ermitteln von Gefährdungen (2)
    • objekt-/baustellenunab hängig, z. B. Einsatz nicht regel mäßig geprüfter elektrischer Betriebsmittel, unzu reichende Unterweisung der Beschäftigten,
    • objekt-/baustellenspezifisch (systematisch) nach Gewerken und Tätigkeit, z. B. Mauer - arbeiten, Erdbauarbeiten, Reinigungsarbeiten.
  • Beurteilen der Gefährdungen, z. B. Risiko eines Absturzes, Risiko verschüttet zu werden.
  • Abschätzen und bewerten des Risikos anhand vorgegebener Schutzziele, z. B. in Vorschriften und Regeln, bzw. nach Ermittlung mit geeigneten Methoden.
  • Geeignete Schutzmaßnahmen auswählen und festlegen, wo erforderlich/notwendig, z. B. Seitenschutz, Verbau, PSA.
  • Festgelegte Schutzmaßnahmen im Arbeitsbereich durchund umsetzen, z. B. Anbringen des Seitenschutzes, Einbau von Grabenverbauelementen, Bestimmen des Verantwortlichen, Benutzen der persönlichen Schutzausrüstungen.
  • Wirksamkeit der Schutzmaßnahmen im Arbeitsbereich überprüfen und ggf. anpassen.

Durchführung

  • Bei gleichartigen Tätigkeiten oder Arbeitsplätzen (z. B. in Werkstatt, Büro) nur eine Tätigkeit bzw. einen Arbeitsplatz musterhaft beurteilen.
  • Bei wechselnden Arbeitsbedingungen und Arbeitsabläufen (z. B. auf einer Baustelle) die musterhafte Anwendung prüfen und ggf. Gefährdungen für die jeweilige Baustelle ermitteln und beurteilen.
Mögliche Gefährdungen Nummer 2
Mechanische Gefährdungen Elektrische Gefährdungen Schall Schwingungen Gefahrstoffe Brand/Explosion
  • Absturz
  • stolpern,
    rutschen,
    stürzen
  • erfasst/getroffen werden
  • unkontrolliert bewegte Teile
  • umstürzende/
    kippende Teile
  • schneiden
  • stechen
  • Stromschlag
  • gefährliche Körperströme
  • elektrostatische Aufladungen
  • Lärm
  • Hand-Arm- Schwingung, z. B. durch Abbruchhammer
  • Ganzkörper- Schwingung, z. B. bei Fahrerplätzen (Stapler u.a.)
  • Asbestfasern
  • Lösemittel
  • Isocyanate
  • Säuren, Laugen
  • PAK, PCB
  • Benzol
  • Dieselmotor- Emissionen
  • ...
    in Form von
    • Flüssigkeiten
    • Gasen
    • Dämpfen
    • Stäuben
  • bei Verwendung von Flüssiggas
  • Funkenflug, z. B. bei Schweissarbeiten
  • Staub explosionen
Biologische Arbeitsstoffe Körperliche Überlastungen Klima Strahlung Psychosoziale Belastungen Organisation
  • Infektionen durch Keime, z. B. bei Kanal - arbeiten, Krankenhaus - reinigung
  • Heben und Tragen
  • Zwangs - haltungen
  • Hitze
  • Kälte
  • Zugluft
  • Luftfeuchtigkeit (Niederschläge
  • Ozon
  • Elektromagnetische Felder, z. B. Nähe zu Funkmasten 
  • Infrarot-/UVStrahlung, z. B. Sonnen - einstrahlung, Lichtbogen beim Schweißen
  • Laserstrahlung z. B. bei der Vermessung
  • Überforderung 
  • Unterforderung
  • Stress
  • Soziale Beziehungen, z. B. Mobbing
  •  Arbeitsablauf
  • Arbeitszeit
  • Qualifikation
  • Unterweisung
  • Verantwortung
Sonstige Gefährdungen
  •  Arbeiten in Über- und Unterdruck, in feuchtem Milieu, mit heißen Medien/Oberflächen u.a.

Wiederholung

  • bei Änderungen im Betriebsablauf,
  • bei neuen Arbeitsverfahren,
  • nach Unfällen und Beinaheunfällen.

Dokumentation

  • Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung, festgelegte Schutzmaßnahmen und Überprüfung schriftlich dokumentieren.

Unterstützung

  • Sicherheitsfachkraft, Betriebsarzt, Sicherheitsbeauftragten und/oder Betriebsrat bei der Durchführung der Gefährdungsbeurteilung hinzuziehen.
  • Handlungshilfen der BG BAU zur Gefährdungsbeurteilung verwenden, auf Datenträger oder online.

 

Weitere Informationen:
Arbeitsschutzgesetz
Betriebssicherheitsverordnung
Arbeitsstättenverordnung
Gefahrstoffverordnung
BGV A1 /DGUV Vorschrift 1 Grundsätze der Prävention
DGUV Regel 100-001 Grundsätze der Prävention

07/2015

 

 

Webcode: M1204-50


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