BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

Rückwärts blättern Vorwärts blättern

Anhang

MUSTER


Anmerkung des Herausgebers:
Die folgenden Ausschreibungsunterlagen dienen der Verdeutlichung der Komplexität und des Umfanges von Ausschreibungsunterlagen beim Umgang mit Asbest. Sie wurden für ein frei gewähltes Ausführungsvorhaben nach bestem Wissen unter Setzung von Schwerpunkten beispielhaft zusammengestellt. Daraus ergibt sich, dass diese Unterlagen für Ihr Vorhaben evtl. unvollständig sein können oder Anforderungen aufzeigen, die bei Ihnen nicht zutreffend sind. Auch aus anderen Anforderungen wie z. B. VOB-gerechter Ausschreibung oder aus Änderungen der Vorschriftenlage können sich Abweichungen ergeben, die bei Verwendung dieses Musters bei einem konkreten Vorhaben vom Nutzer zu berücksichtigen sind.

Beim nachfolgenden Beispiel wurden vornehmlich die Maßnahmen bei der Entfernung von schwach gebundenen Produkten berücksichtigt. Für Arbeiten an Asbestzementprodukten sowie für Arbeiten geringen Umfanges oder geringer Exposition ergeben sich z. T. geringere Anforderungen (s. TRGS 519 Ziffer 15 und Ziffer 14.2 bzw. 14.3)

ZUSÄTZLICHE TECHNISCHE VORSCHRIFTEN

Ingenieurbüro XY
Z-Straße 20
A-Stadt
  Stadt B-burg
Gebäude Hauptstr. 10
Datum

PROJEKTBESCHREIBUNG

Die Stadt B-burg, Bauabteilung (Auftraggeber AG) beabsichtigt, eine Asbestentsorgung im Gebäude Hauptstraße 10 zu vergeben.

1. Örtliche Situation.
Die Räume/Bereiche, die im Rahmen dieser Maßnahme entsorgt werden, befinden sich hauptsächlich im Bereich der Energiezentrale Süd sowie im Bereich Tiefgarage.
2. Gegenstand der Sanierung
Gegenstand der Sanierung sind in erster Linie die elektrischen Betriebsräume der Energiezentrale Süd, in denen sich mit Asbest gefüllte/verunreinigte Kabeldurchführungen befinden.
3. Ziel der Sanierung
Ziel der Sanierung ist das restlose Entfernen der in o.g. Räumen verbauten schwach gebundenen Asbestprodukte (Spritzasbest, schwach gebundene asbesthaltige Kordeln) und der damit zusammenhängenden Kontamination, so dass der Sanierungsleitwert gem. TRGS 519 und Asbestrichtlinien von 500 F/cbm (Poissonwert 1000 F/cbm) vor und nach Abbau der Abschottungen unterschritten wird und der anschließende Abbruch ohne Asbestgefährdung stattfinden kann.
4. Sanierungsbereiche
Die zu sanierenden Gebäudeteile wurden in Sanierungsabschnitte eingeteilt (siehe Anlage), auf die sowohl in der nachfolgenden Leistungsbeschreibung als auch in den Planunterlagen Bezug genommen wird.
5. Ortsbesichtigung
Eine Ortsbesichtigung durch den Auftragnehmer (AN) vor der Erteilung eines Angebotes wird ausdrücklich empfohlen. Die Koordination von Ortsterminen erfolgt über das Ingenieurbüro. Weitere Planunterlagen können bei Ingenieurbüro XY nach telefonischer Voranmeldung eingesehen werden.

HINWEISE ZUM SANIERUNGSABLAUF


1. Termine und Ausführungsfristen
Die Sanierung beginnt mit der 26. und endet mit der 41. KW '00. Die vorgegebenen Termine sind einzuhalten, die einzelnen Ausführungsfristen gehen aus dem beigefügten Bauzeitenplan hervor.
2. Arbeitszeit und Personalbedarf
Die Arbeiten sind in Bezug auf Arbeitszeit und Personalbedarf so durchzuführen, dass die Ausführungstermine eingehalten werden (ca. 8-15 Mann im Einschichtbetrieb).
3. Personelle Anforderungen
Ein AN-Bauleiter muss ständig auf der Baustelle anwesend sein. In jedem Sanierungsbereich muss mindestens ein sachkundiger Aufsichtführender anwesend sein.
4. Abnahmen Sicherheitstechnik
Prinzipiell werden die Entsorgungsbereiche nach deren Aufbau sicherheitstechnisch durch die AG-Bauleitung abgenommen. Die jeweiligen Fertigstellungstermine sind daher mindestens 2 Werktage im voraus anzumelden.
5. Sichtabnahme
Nach Beenden der Entsorgungs- und Reinigungsarbeiten und vor der Restfaserbindung erfolgt eine Sichtabnahme durch die AG-Bauleitung. Diese Termine sind ebenfalls 2 Werktage im voraus bekanntzugeben.
6. Dokumentation des Unterdruckes
Die Protokollstreifen der Differenzdruckmessgeräte sind für jeden Sanierungsbereich vollständig über den gesamten Sanierungszeitraum zu dokumentieren und den Ausmaßunterlagen beizufügen.
7. Anforderung an Unternehmen
Die Asbestentsorgung darf nur von einem geeigneten Betrieb gem. Anforderungen der TRGS 519 Ziff. 3.1 und 5.4 durchgeführt werden.

MITTEILUNG

Der Auftragnehmer verpflichtet sich, seiner Mitteilungspflicht rechtzeitig bei den zuständigen Behörden und Verbänden nachzukommen sowie alle erforderlichen Genehmigungen einzuholen. Die Transportgenehmigungen für alle dem Umfang der Arbeiten nach nötigen Fahrzeuge sind einzuholen.

Die Genehmigungen/Anzeigen sind dem Bauherrn/Vertreter des Bauherrn bei Auftragserteilung zu übergeben.


HAFTUNG DES AUFTRAGNEHMERS

Bei schwerwiegendem Verdacht eines Verstoßes gegen die Sicherheitsvorschriften können durch AG-Bauleitung oder Gewerbeaufsichtsamt Asbestfaserkonzentrationsmessungen der Luft veranlasst werden, die auf Kosten des Auftragnehmers durchgeführt werden, um eine evtl. mögliche Asbestfaserverschleppung zu untersuchen. Der AN übernimmt die Kosten unabhängig vom Resultat einer derartigen Messung.

Alle Folgekosten gehen zu Lasten des Auftragnehmers.


BAUSTELLENEINRICHTUNG (BE)

In die Einheitspreise für die Baustelleneinrichtung im Außenbereich sind insbesondere evtl. erforderliche Standflächenerrichtungen für die Container, die Stapelung von Containern sowie die Montage und Sicherung von Treppen einzureichen.

Der genaue Aufstellort der Baustelleneinrichtung ist in Abstimmung mit der Bauleitung festzulegen.

Die Baustelleneinrichtung im Außenbereich ist gemäß dem hierfür erstellten Baustelleneinrichtungsplan aufzubauen.

Der AN hat für die rechtzeitige Bereitstellung von Baustrom, Bauwasser und für die Einleitungsmöglichkeit für Abwasser Sorge zu tragen, die genauen Anschlussmöglichkeiten zu erkunden und den hierzu vorgeschriebenen formalen Weg einzuhalten. Eventuelle Folgekosten durch im Zusammenhang hiermit entstehende Verzögerungen, Schäden und Mehraufwendungen trägt der AN.

Der Baustrom wird bauseits zur Verfügung gestellt, muss jedoch gezählt werden. Das gleiche gilt für das auf der Baustelle benötigte Bauwasser. Sämtliche Kosten für die Herstellung der Stromanschlüsse, Kabel und Verteilung ab angewiesener Trafostation trägt der AN.


UNTERLAGEN


Der Unternehmer hat bei der Auftragserteilung folgende Unterlagen vorzulegen (die Unterlagen sind entsprechend den deutschen Vorschriften und in deutscher Sprache abzufassen):

a) Nachweis, dass bei HVS-Gerät sowie der lufttechn. Anlage zur Unterdruckhaltung und der Verfestigungsanlage der Asbestfasergehalt in der Abluft weniger als 1000 F/m3 beträgt. Prüfzeugnisse für die verwendeten Industriestaubsauger/Entstauber (Staubklasse H).
b) Versicherungserklärung mit Angabe der Deckungssummen in Höhe von 1.500.000 Euro für Personenschäden und 500.000 Euro für Sachschäden
c) Vorsorgeuntersuchungsbestätigungen der auf der Baustelle tätigen Arbeiter (G 1.2 und G 26)
d) Transportgenehmigung für Asbestabfälle

Mit Ausnahme des Punktes b) sind genannte Unterlagen ständig auf der Baustelle zu belassen bzw. mitzuführen. Ebenso die Anzeigen bei Gewerbeaufsicht und Berufsgenossenschaft.

Vor der Ausführung der Arbeiten sind folgende Unterlagen vorzulegen bzw. während der Ausführung zu erstellen

Schriftliche Arbeitsanweisung gut sichtbar auf der Baustelle in jedem Sanierungsbereich

Notfallplan mit Adressen und Telefonnummern von Notdiensten und Krankenhäusern bzw. Ärzten in nächster Umgebung - aushängend in der Schleusenvorkammer und im Bauleitungscontainer

Gefährdungsbeurteilung und Nachweis der Unterweisung der Arbeitnehmer, sowohl allgemein über den Umgang mit Asbest als auch baustellenbezogen anhand des Arbeitsplans und der Leistungsbeschreibung durch Unterschrift der Belehrten. Die Unterweisung hat in der jeweiligen Landessprache der Beschäftigten zu erfolgen

Täglich zu führendes Bautagebuch, in dem neben den Angaben gem. VOB sämtliche Angaben zu Personaleinsatz, Arbeitszeit und Stundennachweisen zu dokumentieren sind. Ebenso sind Angaben über Außentemperatur und Luftdruck zu machen

Lückenlose Dokumentation der Unterdruckhaltung in den Sanierungsbereichen

Lückenlos zu führende Schichtbücher in den Vorkammern der jeweiligen Personalschleusen

Die Inhalte des Sicherheits- und Gesundheitsschutzplanes sind bei der Erstellung der Unterlagen zu berücksichtigen. Insbesondere die schriftliche Arbeitsanweisung und der Notfallplan sind vom Auftragnehmer kurzfristig nach Auftragsvergabe mit dem Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinator abzustimmen.

EVENTUALPOSITIONEN

Eventualpositionen sind vor der Ausführung mit dem AG/AG-Bauleitung und nach vorheriger Anzeige abzusprechen.


ABNAHME DER BAUSTELLENEINRICHTUNG


Die Baustelleneinrichtung unterliegt der Abnahme durch die AG-Bauleitung. Die Dichtigkeit der Schutzvorkehrungen ist durch Rauchtest nachzuweisen. Dies ist in die Einheitspreise einzukalkulieren. Die Endabnahme obliegt dem AG in Zusammenarbeit mit dem Ingenieurbüro.


MESSUNG


Die Terminierung von Faserkonzentrationsmessungen erfolgt ausschließlich über das Ingenieurbüro. Kurzfristig sich ergebende Verschiebungen sind dem Ingenieurbüro umgehend mitzuteilen. Mehraufwand, z. B. Wegekosten des Messinstitutes bei vergeblicher Anfahrt, wegen mangelnder Messbedingungen (z. B. hohe Luftfeuchtigkeit) oder Nachmessungen wegen zu hoher Faserkonzentrationen gehen zu Lasten des AN.


DEPONIERUNG

Asbestfälle gelten als gefährliche Abfälle. Über die Zulässigkeit der vorgesehenen Entsorgung ist ein Nachweis zu führen. Der Auftragnehmer ist als Erfüllungsgehilfe des Auftraggebers für die vorschriftsmäßige Entsorgung verantwortlich. Ein Nachweis über die ordnungsgemäße Entsorgung ist dem Bauherren auf Verlangen, spätestens mit der Schlussabrechnung vorzulegen.

Die Einheitspreise verstehen sich einschließlich Sammlung in abschließbaren Containern, Abtransport, Auf- und Abladen und ordnungsgemäßer Beseitigung (Deponiegebühr) des anfallenden Asbestmaterials einschließlich sämtlichen Entsorgungsgutes (z. B. kontaminierte Anzüge und Abschottungsmaterial) mit für Asbestentsorgung zugelassenen Behältern auf vorgesehene Deponien. Der Preis für die Annahme betrug auf der Deponie XY im März '07 Euro 180,00/Tonne. Eine weitere Preissteigerung bis zu Euro 230,00/Tonne ist einzukalkulieren.

Der AN muss gemäß TRGS 519 Ziffer 13.1, 13.2 und Ziffer 13.3 asbesthaltiges und -kontaminiertes Material so aufnehmen, transportieren und abladen, dass kein Asbestfeinstaub in die Umwelt gelangen kann. Spritzasbest, Asbeststäube sind auf der Baustelle hydraulisch zu verfestigen. Die Deponierungskosten (Transport, Deponierungsgebühr) sind in die entsprechenden Positionen einzukalkulieren.

Asbestabfälle sind so aufzunehmen und zur Deponie im Landkreis XY zu transportieren, dass eine Freisetzung von Fasern verhindert wird. Auf der Deponie sind sie nach Maßgabe des Personals emissionsfrei abzuladen und einzubauen. Die Annahmegebühr für Asbestzement betrug im Juli '07 Euro 180,00/Tonne Asbestzement, der aktuelle Preis ist vor Angebotsbearbeitung abzufragen und einzukalkulieren.

Subunternehmer

Der Auftragnehmer verpflichtet sich, die ausgeschriebenen Leistungen mit eigenem Personal auszuführen. Beabsichtigt der Auftragnehmer den Einsatz von Subunternehmern, so hat er diese mit Abgabe des Angebotes zu benennen. Befähigungsnachweise des Subunternehmers sind, wie in den Ausschreibungsunterlagen für den Auftragnehmer gefordert, den Angebotsunterlagen beizufügen. Auf die Verpflichtungen nach TRGS 519 beim Einsatz von Subunternehmern, insbesondere Absatz 3.3 und Absatz 5.4.4(1), wird hingewiesen. Der Koordinator nach TRGS 519 Absatz 5.4.4(1) ist dem Bauherren 5 Werktage vor Arbeitsaufnahme schriftlich mitzuteilen.

Es wird dringend empfohlen, vertragliche Regelungen, die auf Grundlage dieser Ausschreibung zwischen AG und AN getroffen werden (z. B.: Vereinbarung der Baustellenordnung), gegenüber Subunternehmern durchgängig zu gestalten.


BEFÄHIGUNGSNACHWElS

Die nachfolgenden Fragen sind vom AN zu beantworten, um dem AG ein möglichst umfassendes Bild von der Leistungsfähigkeit des AN zu geben. Die Beantwortung hat schriftlich und wahrheitsgemäß zu erfolgen. Nachträglich festgestellte falsche Angaben (betrifft auch die Angaben bzgl. des Subunternehmers) und daraus resultierende falsche Erkenntnisse berechtigen den AG zur fristlosen Kündigung des Auftrages. Folgekosten gehen zu Lasten des Auftragnehmers.

a) Anzahl der für dieses Projekt vorgesehenen eigenen Beschäftigten, aufgegliedert in Bauleiter/Sachbearbeiter, Polier/Vorarbeiter, Facharbeiter und Hilfsarbeiter bezogen auf die zuständige Niederlassung (Stand bei Angebotsanfrage):

  mit Sachkunde
(5-Tagelehrgang)
ohne Sachkunde
Bauleiter/Sachbearbeiter:    
Poliere/Vorarbeiter:    
Facharbeiter:    
Hilfsarbeiter:    
Für dieses Projekt werden Subunternehmer/Fremdpersonal eingesetzt: (Zutreffendes bitte ankreuzen)    
Ja           Nein       
     
b) Umsatz im Bereich Asbestentsorgung in den letzten drei Jahren, bezogen auf die zuständige Niederlassung:
   
2004 .............................
2005 .............................
2006 .............................  
Gesamt ________________  



c) Referenzen für die Durchführung vergleichbarer Sanierungen:

d) Gerätschaften
Grundsätzlich dürfen nur elektrisch betriebene Geräte eingesetzt werden.

Personalschleusen (Modulbauweise, 4 Kammern)
Hersteller:
Typ:

Personalschleusen (Modulbauweise, 3 Kammern)
Hersteller:
Typ:

Unterdruckgeräte
Hersteller:
Typ:

ortsveränderliche Entstauber (Staubklasse H bzw. K 1 (alt))
Hersteller:
Typ:

ortsveränderliche Entstauber mit HSV-Zulassung (Differenzdruck v. 35k PA)
Hersteller:
Typ:
Leistung:

ENERGIEVERBRAUCH

Im Folgenden ist vom Bieter der Stromverbrauch der eingesetzten Geräte mit Aufnahmeleistung und notwendiger Absicherung anzugeben.

...........................................................................

...........................................................................

...........................................................................




ÜBERSICHT ÜBER DIE SANIERUNGSBEREICHE

Bereich Kurzbezeichnung Geschoss Arbeitsablauf Typ (s.u.)
Trafostation Süd
ES 2/1
2. UG
1
Kabelzugraum Nottreppe 1
ES 2/2
2. UG
1
Kabelzugraum Nottreppe 2
ES 2/3
2. UG
1
Kabelraum Süd
ES 3/8 A, B
3. UG
1
Niederspannungs-
verteiler Süd
ES 4/9
4. UG
1
Laderaum
ES 4/10
4. UG
1
Fluchtgang hinter Krone
DBW 1/1
1. UG
2
Treppenhaus Nottreppe 13
DBB 1/3
1. UG
2

ARBEITSABLAUF
Mitteilung an Gewerbeaufsicht/Berufsgenossenschaft
Anfahren der Baustelleneinrichtung
Typ 1/Typ 2
Baustellenräumung

Arbeitsablauf
Typ 1:
Komplettabschottung/Teilabschottung > 2h

Gerüstaufbau, teilweise erschwert durch Installationen
ggfs. Aufbauen von Arbeitsplattformen, erschwert
Aufbau der Abschottung
Aufbauen der Schleusen
Aufbauen der Vorkammern für die Schleusen
Abkleben der spritzasbesthaltigen Durchbrüche/Dehnfugen von der Gegenseite
ggfs. Demontage von RLT-Kanälen, Abdeckung von Fehlböden
Aufbauen des Unterdruckes
Aufbau der Nachströmluftleitungen
provisorisches Abdecken von sehr gegliederten Teilen und schwer zugänglichen Bereichen mit Folie
Befeuchten und Absaugen des Spritzasbestes mit HVS-Verfestigungsanlage
Transport der verfestigten Asbestprodukte und Deponierung
Grobreinigung aller Flächen und Installationen (auch im Raum verbleibende demontierte Teile) im Schwarzbereich
Feinreinigung aller Flächen und Installationen (auch demontierter Teile) im Schwarzbereich
Feuchte Feinreinigung glatter Flächen (RLT-Kanäle, Kabel, etc.)
Sichtkontrolle (Teilabnahme durch die Bauleitung des AG)
Restfaserbindung schlecht zugänglicher und rauer Flächen nach Vorgabe der AG-Bauleitung
Luftwechsel
Kontrollmessung (bauseits)
Entfernen der Folienabdeckungen/-abklebungen
Abbauen des Unterdruckes
Abbauen von Nachströmluftleitungen, Vorkammern, Schleusen, Abschottungen und Gerüsten
Feinreinigung der Flächen im Bereich der abgebauten Abschottungen
ggfs. Erfolgskontrolle (bauseits)

Arbeitsablauf
Typ 2: (Maßnahme <2 h)

ggfs. Gerüstaufbau
Aufbauen der Abschottung
Befeuchten und Absaugen der Spritzasbestreste, zur HVS- Verfestigungsanlage
Transport der verfestigten Asbestprodukte, Deponierung
Grob- und Feinreinigung aller Flächen und Gegenstände im Arbeitsbereich
Feuchtreinigung aller glatten Flächen
Restfaserbindung schlecht zugänglicher, rauer Flächen
Luftwechsel
Abbau der Abschottung – ggfs. Erfolgskontrolle (bauseits)

BETRIEBSSICHERHEIT/SICHERHEIT DER BAUSTELLE

Arbeiten, die den Betrieb im Gebäude stören könnten, sind vor Beginn abzusprechen. Die Abstimmung erfolgt zwischen Sanierungsfirma und AG-Bauleitung sowie zwischen Betrieb und AG-Bauleitung. Für Betriebsstörungen, die nachweislich auf das Verschulden des AN zurückzuführen sind, haftet der AN.

Die Baustellensituation bedingt eine entsprechend enge Koordination des AN mit der Bauleitung und dem vom Bauherrn beauftragten Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinators, um auch bei eventuell Unvorhergesehenem keine Behinderung der Arbeiten entstehen zu lassen.

Der Auftragnehmer hat sich während der einzelnen Arbeitsschritte ständig mit der AG-Bauleitung zu koordinieren, um keine Störungen eintreten zu lassen.

Baustellenordnung

Für die Gesamtbaumaßnahme besteht eine Baustellenordnung. Die Baustellenordnung ist Vertragsbestandteil. Der Auftragnehmer hat seine Beschäftigten bezüglich der Baustellenordnung zu unterweisen und deren Beachtung zu überwachen. Bei Verstößen gegen die Baustellenverordnung durch Beschäftigte des Auftragnehmers erfolgt eine einmalige Verwarnung gegenüber dem Auftragnehmer (siehe Baustellenordnung). Bei wiederholtem Verstoß, nach erfolgter Verwarnung, werden die entsprechenen Beschäftigten der Baustelle verwiesen. Der Auftragnehmer kann aus dem Verweis seiner Beschäftigten wegen Nichtbeachtung der Baustellenordnung keine Ansprüche (Verzug, Mehrkosten etc.) gegenüber dem Bauherren ableiten und ist uneingeschränkt zur Vertragserfüllung verpflichtet.

Der Auftragnehmer und seine Beschäftigten sind dem Bauherren/Vertreter des Bauherren unabhängig anderer entsprechender Regelungen, zur Feststellung der Personalien ausweispflichtig (Ausweis nach Baustellenordnung, Personalausweis, Führerschein oder glw. amtliches Dokument).

ARBEITSSCHUTZ

Maßgebend für Vorsorgeuntersuchungen ist die Gefahrstoffverordnung und die Unfallverhütungsvorschrift "Arbeitsmedizinische Vorsorge", BGV A 4. Die mit den Arbeiten betrauten Personen tragen gebläseunterstützte Vollmasken mit Filtern der Klasse P 3. Sie sind wenigstens mit Einmal-Anzügen und Kapuze bzw. mit mehrfach tragbaren Anzügen ausgerüstet.

Die Anzüge werden gemäß Arbeitsrichtlinien gewechselt bzw. abgewaschen. Die gebrauchten Anzüge werden sorgfältig in staubdichte Kunststoffbeutel verpackt und entsprechend den übrigen Asbestabfällen auf der Deponie eingelagert. Die Masken werden täglich gereinigt und auf ihre Tauglichkeit geprüft. Verbrauchte Geräte werden sorgfältig in Kunststoffbeutel verpackt und deponiert. Getränke und Speisen dürfen nur außerhalb des Arbeitsbereiches eingenommen werden.

Solange unter P 3-Masken gearbeitet wird, erfolgt eine Aufsicht der arbeitenden Personen. Die hygienischen Vorsorgemaßnahmen werden überwacht. Dies gilt für alle damit in Zusammenhang stehenden Arbeiten. Die Überwachung der Arbeiten im Schwarzbereich erfolgt mindestens über Sprechfunkanlage.

VORSCHRIFTEN UND BESTIMMUNGEN

Für Asbestentfernungsarbeiten einzuhaltende Vorschriften und Bestimmungen mit evtl. Ergänzungen in der jeweils neuesten Fassung.

Es sind jeweils die strengsten Regeln auszusuchen:

Gefahrstoffverordnung (GefStoffV )

Technische Regeln für Gefahrstoffe - Asbest (TRGS 519)
– Ausgabe Januar 2007, berichtigt März 2007

BGV A1 "Grundzüge der Prävention"

BGV A4 "Arbeitsmedizinische Vorsorge"

BGV A8 "Sicherheitskennzeichnung am Arbeitsplatz"

BGR 190 Benutzung von Atemschutzgeräten

 

Webcode: M119-12