BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

Vorwärts blättern

Transport von Gefahrgütern

 PDF

Transport von Gefahrgütern

Die Kleinmengenregelung in der Bauwirtschaft

Abruf-Nr. 659.5

Ausgabe: 4/2015

 

 

Transport von Gefahrgütern

Inhalt

 

Die Menge macht's

Die Verantwortlichen

Die Kennzeichnung

Kleinmengenregelung

Übersicht der wichtigsten Freistellungen

Überschreitung der Kleinmenge

Vier Beispiele aus der Praxis

Gefahrgutliste

Kopiervorlage Mengennachweis

Weitere Informationen

 

Impressum

Herausgeber und Copyright:
Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft
Hildegardstraße 29/30
10715 Berlin
Internet: www.bgbau.de
E-Mail: info@bgbau.de

 

Transport von Gefahrgütern

Die Menge macht's

  In der Bauwirtschaft müssen häufig Gefahrgüter transportiert werden. Gefahrgüter erkennt man am Gefahrzettel und an der UN-Nummer. Für den Gefahrguttransport im öffentlichen Straßenverkehr gibt es in dem europäischen Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße (ADR) und in der Gefahrgutverordnung Straße, Eisenbahn und Binnenschifffahrt (GGVSEB) eine ganze Reihe gesetzlicher Auflagen. Nur wer kleine Mengen gefährlicher Güter transportiert, braucht nicht alle Vorschriften der GGVSEB zu beachten. Die meisten Unternehmen der Bauwirtschaft können sich die Kleinmengenregeln zunutze machen, die "erleichterte Beförderungen" zulassen. Es lohnt sich also, beim Transport von Gefahrgütern auf die Mengenbegrenzungen dieser Regeln zu achten.

 

Die Verantwortlichen

 

Die Verantwortlichen

In der Bauwirtschaft haben im Wesentlichen fünf Personengruppen die Verpflichtung, die Vorschriften der GGVSEB einzuhalten:

  • Fahrzeughalter,
  • Absender,
  • Verlader,
  • Entlader,
  • Fahrzeugführer.

 

Unternehmer/Fahrzeughalter

Der Fahrzeughalter – also der Unternehmer – trägt nach dem Gesetz über die Beförderung gefährlicher Güter die grundsätzliche Verantwortung dafür, dass in seinem Betrieb die gefahrgutrechtlichen Vorschriften eingehalten werden.

Normalerweise überträgt er jedoch diese Verantwortung auf seine Führungskräfte bzw. auf betriebliches Fachpersonal. Seiner Aufsichtspflicht muss er aber in jedem Fall genügen. Er muss alle an den Transporten beteiligten Personen über deren Aufgaben und Pflichten unterweisen. Die Aufzeichnungen über die Unterweisungen sind aufzubewahren.

Abhängig von Art und Menge der zu befördernden Gefahrgüter muss der Unternehmer einen Gefahrgutbeauftragten bestellen und ausbilden lassen. Fahrzeugführer benötigen unter Umständen eine besondere Ausbildung.

Der Unternehmer ist in erster Linie für die Beschaffenheit und die Ausrüstung der Fahrzeuge, mit denen gefährliche Güter befördert werden, verantwortlich. Dazu gehören u.a.

  • Einsatz geeigneter bzw. baumustergeprüfter Verpackungen,
  • Ausrüstung der Fahrzeuge mit Feuerlöschern,
  • Belüftungseinrichtungen bei geschlossenen Fahrzeugen, mit denen Gase transportiert werden,
  • bei Überschreitung der Kleinmenge zusätzlich die Ausrüstung der Fahrzeuge mit Warntafeln, Kennzeichnungen und Gefahrzetteln sowie
  • die Ausrüstung der Fahrzeuge mit Materialien zur Ladungssicherung.

 

Absender

Absender können sein: der Unternehmer, der Bauleiter oder der Polier auf der Baustelle, der gefährliche Güter zur Beförderung aufgibt. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Güter mit eigenen oder fremden Fahrzeugen transportiert werden sollen. Der Absender trägt zum Beispiel die Verantwortung dafür, dass

  • die Versandstücke vorschriftsmäßig beschaffen sind und über Gefahrzettel und UN-Nummer verfügen,
  • Kopien von Ausnahmen mitgegeben werden,
  • Hinweise auf die Gefährlichkeit der Güter gegeben werden (eventuell Unfallmerkblatt zur Kenntnis geben),
  • bei Überschreitung der Kleinmenge zusätzlich die Begleitpapiere an den Fahrzeugführer übergeben werden und
  • nur geschulte bzw. besonders ausgebildete Fahrzeugführer eingesetzt werden.

 

Verlader

Im Baubetrieb sind das im Allgemeinen Disponenten, Poliere auf der Baustelle oder Fahrzeugführer, die Fahrzeuge mit gefährlichen Gütern beladen. Sie müssen zum Beispiel folgende Regelungen beachten:

  • Vor dem Beladen sicherstellen, dass am Fahrzeug keine Schäden vorliegen, die zu Beschädigungen am Fahrzeug oder Gefahrgut führen können,
  • Vorschriften für das Zusammenladen und die Ladungssicherung,
  • Prüfung der Versandstücke auf Dichtheit und Beschädigung,
  • Bei Überschreitung der Kleinmenge zusätzlich Prüfung der Begleitpapiere.

 

Entlader

Werden bei der Anlieferung von Gefahrgütern durch Speditionen die Güter von Mitarbeitern des Baubetriebes entladen, sind folgende Regelungen zu beachten:

  • Sicherstellen, dass das richtige Gefahrgut entladen wird,
  • Beim Entladen von beschädigtem Gefahrgut jegliche Gefährdung vermeiden,
  • Gefährliche Rückstände vom Fahrzeug entfernen.

Achtung: Auch durch das Entladen kann sich die Notwendigkeit einer Bestellung eines Gefahrgutbeauftragten ergeben!

 

Fahrzeugführer

Der Fahrzeugführer (Fahrer) hat die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Verkehrssicherheit ist dann gegeben, wenn die Ladung so auf dem Fahrzeug verstaut ist, dass dies den allgemeinen Anforderungen des Straßenverkehrs genügt und sie auch bei einer Vollbremsung nicht verrutscht. Der Fahrzeugführer muss unter anderem folgendes beachten:

  • Beschränkungen beim Zusammenladen verschiedener Gefahrgüter,
  • Ladung gegen Verrutschen sichern,
  • Beschädigte Versandstücke vom Fahrzeug nehmen,
  • Dichtheit der Verschlüsse prüfen,
  • Zuständige Behörde informieren, falls es bei einem Unfall zu einer Gefährdung durch Gefahrgut kommt,
  • Bei Überschreitung der Kleinmenge zusätzlich besondere Ausbildung absolvieren,,
  • Begleitpapiere und Lichtbildausweis bereithalten,
  • Feuerlöscher und sonstige Ausrüstung mitführen,
  • Orangefarbene Tafel anbringen bzw. sichtbar machen,
  • Tunnelbeschränkungen beachten.

 

Die Kennzeichnung
Gefahrzettel (rote Raute mit Flammensymbol), UN-Nummer und Gefahrensymbol nach Gefahrstoffverordnung (orangenes Quadrat mit Andreaskreuz) sind auf der Außenverpackung angebracht.

 

Die Kennzeichnung

Gefahrgüter sind deutlich und dauerhaft mit den Kennzeichnungsnummern zu beschriften. Der Kennzeichnungsnummer sind die Buchstaben "UN" voranzustellen.

Alle Gefahrgüter müssen außerdem mit Gefahrzetteln versehen sein. Gefahrzettel sind Aufkleber in der Form auf die Spitze gestellter Quadrate mit bestimmten, den Gefahrgütern zugeordneten Gefahrensymbolen. In der unteren Ecke ist die Nummer der Gefahrgutklasse angegeben. Umweltgefährdende Gefahrgüter müssen zusätzlich mit dem Kennzeichen für umweltgefährdende Stoffe versehen werden. Die Gefahrzettel müssen deutlich sichtbar auf den Versandstücken angebracht sein. Für das Anbringen der Gefahrzettel ist der Absender verantwortlich.

Bei Druckgasflaschen haben die Gefahrzettel geringere Abmessungen und sind auf dem Flaschenhals angebracht.

Leere, ungereinigte Verpackungen dürfen mit der Aufschrift und den Gefahrzetteln des zuletzt darin enthaltenen Gutes beschriftet sein.

Viele Gefahrgüter der Bauwirtschaft werden in so genannten zusammengesetzten Verpackungen transportiert. Diese bestehen aus einer Innen- und einer Außenverpackung.

So ist bei einem Karton mit Farbspraydosen der Karton die Außenverpackung und die Farbspraydosen sind die Innenverpackung. Die Aufschrift und Bezettelung befinden sich nur auf der Außenverpackung. Einzelne Dosen dürfen nicht ohne besondere Schutzmaßnahmen transportiert werden.

Der Karton ist die Außenverpackung, und die Farbspraydose (Druckgaspackung) ist die Innenverpackung für das Farbaerosol.

 

Kleinmengenregelung

 

Kleinmengenregelung

Grundsätzlich ist beim Transport von Gefahrgütern zwischen Beförderungen im Rahmen der Haupttätigkeit und Versorgungstransporten zu unterscheiden.

Kleinmengenregeln für Beförderungen im Rahmen der Haupttätigkeit

Gefahrguttransporte kleiner Mengen, die Unternehmen im Rahmen ihrer Haupttätigkeit, z.B. im Werkstattwagen) durchführen, sind von den Vorschriften des ADR weitgehend freigestellt, wenn

  • die höchstzulässigen Mengen, die in der Gefahrgutliste dargestellt sind, und 450 Liter je Verpackung nicht überschritten werden,
  • die Beförderung nicht für die interne oder externe Versorgung durchgeführt wird,
  • durch geeignete Maßnahmen das Freiwerden gefährlichen Guts unter normalen Beförderungsbedingungen verhindert ist.

Bei dieser weitgehenden Freistellung vom ADR sind folgende Vorschriften zu beachten:

  • Bei Unfällen oder Unregelmäßigkeiten, bei denen es zu einer Gefährdung durch das Gefahrgut kommt, hat der Fahrzeugführer die nächstgelegene zuständige Behörde (z.B. Polizei) unverzüglich zu benachrichtigen.
  • Der Umgang mit Feuer und offenem Licht ist bei Ladearbeiten in der Nähe von Versandstücken und haltenden Fahrzeugen sowie in den Fahrzeugen untersagt.
  • Die Ladung ist so zu sichern, dass sich die Lage zueinander und zum Fahrzeug nur geringfügig verändern kann.

Mit dieser Regel können einzelne Farbdosen und Druckgaspackungen (Spraydosen) befördert werden, die keine aufgedruckte Kennzeichnung als Gefahrgut haben. Es ist allerdings sicherzustellen, dass beim Transport kein Gefahrgut freigesetzt werden kann. Dazu müssen die Dosen aufrecht in einen Schutzkarton gestellt, die Hohlräume ausgefüllt und der Karton geschlossen werden.

Kleinmengenregeln für Versorgungstransporte

Bei Gefahrguttransporten kleiner Mengen mit einem Fahrzeug, die zur Versorgung mehrerer Baustellen oder des Materiallagers oder Bauhofes und mit Behältern über 450 l Inhalt durchgeführt werden, sind zusätzlich noch folgende Vorschriften zu beachten:

  • Die Verwendung bauartgeprüfter Verpackungen ist vorgeschrieben.
  • Die zutreffenden Gefahrzettel und die Kennzeichnungen mit UN-Nummern müssen auf den Verpackungen angebracht sein.
  • Feuerlöscher der Brandklassen ABC (z.B. 2 kg Pulver) zum Löschen eines Motorbrandes oder des Fahrerhauses sind mitzuführen. Feuerlöscher müssen EN 3 entsprechen und alle 2 Jahre überprüft werden. Sie sind leicht erreichbar für die Fahrzeugbesatzung anzubringen.
  • Einsatz geschlossener Fahrzeuge für die Beförderung von Gasen (z.B. Flüssiggas, Sauerstoff, Stickstoff, Kohlendioxid) mit Belüftungseinrichtungen. Nur in Ausnahmefällen mit der Warnaufschrift "ACHTUNG KEINE BELÜFTUNG, VORSICHTIG ÖFFNEN" an den Ladetüren.
  • Das Betreten eines Fahrzeugs mit Beleuchtungsgeräten mit offener Flamme ist untersagt. Außerdem dürfen die verwendeten Beleuchtungsgeräte keine Oberfläche aus Metall haben, durch die Funken erzeugt werden könnten.
  • Das Öffnen eines Versandstücks mit gefährlichen Gütern durch den Fahrzeugführer oder Beifahrer ist verboten.

 

Weitgehende Freistellung von den Bestimmungen des ADR
"Kleine Mengen", befördert in Verbindung mit der Haupttätigkeit des Unternehmens oder in Zusammenhang mit Wartungs- und Reparaturarbeiten – bis 450 l/Versandstück
(z.B. Werkstattwagen, Baggerfahrer mit 200-l-Dieselfass zum Nachtanken, Dachdecker mit Gasflaschen)
Gase in besonderen Einrichtungen, die für den Betrieb dieser Einrichtungen erforderlich sind
(z.B. Flüssiggasbehälter auf Gussasphalt-Mischgeräten)
Flüssige Kraftstoffe in
  • Kfz-Tanks bis 1500 l, bei Anhängern bis 500 l
  • tragbaren Behältern bis 60 l
  • Behältern von als Ladung beförderten Fahrzeugen (z.B. auf Tiefladern)
Durch Sondervorschriften freigestellte Gefahrgüter (z.B. Asbest, Batterien, Gussasphalt)
Ungereinigte leere Verpackungen, die Güter der Klassen 2, 3, 4.1, 5.1, 6.1, 8, 9 enthielten, wenn keine Gefahren vom Gut ausgehen können. (z.B. leere Gasflaschen, leere Benzinkanister usw.)
Eingeschränkte Freistellung von Bestimmungen des ADR
"Kleine Mengen", befördert zur internen oder externen Versorgung und über 450 l/Versandstück

 

Übersicht der wichtigsten Freistellungen

 

Übersicht der wichtigsten Freistellungen

Höchstmenge für einzelnes Gefahrgut

Wird bei einem Transport ausschließlich ein Stoff oder ein Produkt befördert, so ist die Höchstmenge für die Beförderung von Kleinmengen der Gefahrgutliste zu entnehmen. Dort sind die wesentlichen Stoffe aufgeführt, die für die Bauwirtschaft von Bedeutung sind. Für die Höchstmengen unterschiedlicher Gefahrgüter sind unterschiedliche Maßeinheiten zu verwenden. So sind die Höchstmengen für flüssige Stoffe und verdichtete Gase in Liter (Nenninhalt der Gefäße), für feste Stoffe und verflüssigte Gase in Kilogramm Nettomasse angegeben.

Höchstmenge für verschiedene Gefahrgüter

Werden unterschiedliche Gefahrgüter gleichzeitig transportiert, ermittelt man die Höchstmenge für die erleichterte Beförderung, indem man die jeweiligen Mengen mit den stoffspezifischen Faktoren ("Risikofaktoren") multipliziert und dann addiert. Die jeweiligen Faktoren sind in der Gefahrgutliste kursiv gedruckt.

Die Summe der Produkte unterschiedlicher Gefahrgüter wird mit der Zahl 1000 verglichen. Ist das Ergebnis nicht größer als 1000, handelt es sich im Sinne der GGVSEB um eine Kleinmenge. Wird der Wert 1000 überschritten, müssen alle Vorschriften eingehalten werden. Zwei Beispiele sollen die beiden Möglichkeiten verdeutlichen:

 

Beim gleichzeitigen Transport verschiedener Gefahrgüter empfiehlt es sich, eine Liste der Güter mit Angaben zu Verpackung, richtiger Aufschrift, Gefahrzettel, gängiger Menge und dem Faktor ("Risikofaktor") aus der Tabelle zu erstellen (siehe Muster und Kopiervorlage ).
Ein Modul zur Berechnung der Höchstmenge für den Kleintransport bietet die WINGIS CD der BG BAU.

Dieser Nachweis ist aus folgenden Gründen anzuraten:

  • Die verantwortlichen Personen können auf einfache Weise die Einhaltung der Kleinmenge überprüfen.
  • Bei Gefahrgutkontrollen ist eine schnelle Abwicklung möglich.
  • In die Auflistung kann jeder Betrieb die Gefahrgüter aufnehmen, die üblicherweise befördert werden. Das einmal erstellte Formblatt kann dann im Betrieb immer wieder mit den zum jeweiligen Transport passenden Daten ergänzt werden.

 

Überschreitung der Kleinmenge

 

Überschreitung der Kleinmenge

Wird die Obergrenze für eine Kleinmenge überschritten, sind alle Vorschriften der GGVSEB zu beachten. Hierzu gehören selbstverständlich auch die Grundregeln, die bei der Beförderung kleiner Mengen einzuhalten sind (siehe Abschnitt "Kleinmengenregelung"). Hinzu kommen folgende Vorschriften:

Verbot der Personenbeförderung

Außer der Fahrzeugbesatzung – dem Fahrzeugführer und dem Beifahrer sowie Personen, die im Auftrag des Beförderers im Fahrzeug mitfahren, um die gefährlichen Güter zu verwenden – dürfen bei der Beförderung gefährlicher Güter keine weiteren (betriebsfremden) Personen mitgenommen werden.

Beförderungspapiere

Es müssen Beförderungspapiere mitgeführt werden, die folgende Angaben enthalten:

  • die UN-Nummer des Stoffes, der die Buchstaben "UN" vorangestellt werden müssen,
  • die offizielle Benennung des Gefahrgutes entsprechend der UN-Nummer,
  • die Nummer des Gefahrzettels. (bei mehreren Nummern sind die nach der ersten in Klammern zu setzen),
  • die Verpackungsgruppe,
  • Anzahl und Beschreibung der Versandstücke,
  • Gesamtmenge der gefährlichen Güter als Volumen oder als Brutto- oder Nettomasse,
  • Name und Anschrift des Absenders,
  • Name und Anschrift des Empfängers.

Besondere Ausbildung der Fahrzeugführer und Beifahrer

Für den Fahrzeugführer ist eine besondere Ausbildung erforderlich (ADR-Bescheinigung).

Schriftliche Weisung (Unfallmerkblatt)

Das Unfallmerkblatt enthält in knapper Form Informationen zum Verhalten bei Unfällen oder Zwischenfällen, die sich während der Beförderung ereignen können. Das Muster dieses Unfallmerkblattes ist im Internet unter http://www.GISBAU.de (Formulare) oder auf der WINGIS-CD zu finden.

Fahrzeugausrüstung

Folgende Ausrüstung ist vorgeschrieben:

  • ein oder mehrere Feuerlöscher; das erforderliche Fassungsvermögen ist abhängig von der höchstzulässigen Masse des Fahrzeugs,
  • mindestens ein Unterlegkeil (auch für einen Anhänger),
  • zwei selbststehende Warnzeichen (zum Beispiel Warndreiecke oder orangefarbene Warnleuchten),
  • Augenspülflüssigkeit,
  • für jedes Mitglied der Fahrzeugbesatzung je eine Warnweste oder Warnkleidung sowie
  • je eine Handlampe (ohne offene Flamme, ohne metallische Oberfläche),
  • ein paar Schutzhandschuhe und Schutzbrille,
  • die erforderliche Ausrüstung zur Durchführung der in den Sicherheitshinweisen genannten besonderen Maßnahmen,
  • eine Schaufel, eine Kanalabdeckung und ein Auffangbehälter aus Kunststoff,
  • bei giftigen Stoffen eine Notfallfluchtmaske für jedes Mitglied der Fahrzeugbesatzung.

Kennzeichnung der Fahrzeuge

Die Fahrzeuge sind vorn und hinten mit orangefarbenen, rechteckigen, schwarz umrandeten Tafeln zu kennzeichnen. Die Warntafeln müssen entfernt oder verdeckt werden, wenn keine gefährlichen Güter oder deren Reste auf dem Fahrzeug befördert werden.

Fahrwegs- und Tunnelbeschränkungen

Das Verkehrszeichen "Verbot von Gefahrguttransporten" (siehe hier ) verbietet die Weiterfahrt von gekennzeichneten Transportern. Mit diesem Verkehrszeichen sind nicht nur Tunneldurchfahrten, sondern auch viele andere Straßenabschnitte – insbesondere abschüssige Zufahrten zu Ortsdurchfahrten – für Gefahrguttransporte gesperrt.

Bestellung eines Gefahrgutbeauftragten

Die Unternehmen müssen einen Gefahrgutbeauftragten bestellen und ausbilden lassen.Diese Aufgabe kann vom Unternehmer, von einem Beschäftigten oder von einer externen Person wahrgenommen werden. Der Gefahrgutbeauftragte muss seine Fachkunde durch einen entsprechenden Schulungsnachweis belegen.

Ausblick

Es sind weitere Änderungen der GGVSEB geplant. Die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft wird auf diese Änderungen rechtzeitig hinweisen.

Weitere Informationen

  • Gefahrgutverordnung Straße, Eisenbahn und Binnenschifffahrt (GGVSEB) vom 19. Dezember 2012
  • Anlagen A und B zum ADR, zuletzt geändert am 11. September 2011
  • Gefahrgut-Ausnahmeverordnung (GGAV) vom 10. Mai 2005
  • Gefahrgutbeauftragtenverordnung (GbV) vom 19. Dezember 2012

 

Drei Beispiele aus der täglichen Praxis

Vier Beispiele aus der täglichen Praxis

 

Transport von Gasen

Gase sind Gefahrgüter der Klasse 2. Werden diese freigesetzt, besteht in geschlossenen Fahrzeugen Erstickungs- und/oder Explosionsgefahr. Daher dürfen Gase nur unter den folgenden Bedingungen transportiert werden. Die Ventile sind zu schließen und mit Schutzkappen oder Schutzkragen zu schützen. Die Flaschen sind zu sichern. Geschlossene Fahrzeuge müssen über eine ausreichende Lüftung verfügen. Diese besteht, wenn mindestens zwei 100 cm2 große Lüftungsöffnungen oben und unten am Laderaum angebracht sind. Nur in Ausnahmefällen (kurzfristiger Transport in Mietfahrzeugen) kann auf die Lüftung verzichtet werden. Dann ist an der Ladetür die Warnaufschrift „ACHTUNG KEINE BELÜFTUNG, VORSICHTIG ÖFFNEN“ anzubringen.
Nach dem Transport müssen die Gase umgehend aus dem Fahrzeug geladen werden.

 

Transport von Kraftstoffen

Wird Diesel oder Benzin für das Betanken von Baustellenmaschinen transportiert, müssen die Behälter hierfür zugelassen sein. Allerdings dürfen Kraftstoffe weiterhin in Behältern ohne Bauartzulassung transportiert werden, wenn diese sich bewährt haben und der Kraftstoff für den Betrieb von Baumaschinen (baustellenbezogener Bedarf) verwendet wird. Für Tankcontainer kann die Kleinmengenregelung nicht angewendet werden. Um derartige Behälter unter den erleichterten Bedingungen der Kleinmengenregelung befördern zu dürfen, müssten diese als bauartgeprüfte Großpackmittel gekennzeichnet sein. Als Tankcontainer (TC) gekennzeichnete Baustellentankstellen bedürfen für die Kleinmengenbeförderung eine Ausnahmegenehmigung der Verkehrsbehörde. Kanister, Fässer und Großpackmittel für Dieselkraftstoff benötigen die Aufschrift "UN 1202 Dieselkraftstoff", den Gefahrzettel Nr. 3 und das Kennzeichen für umweltgefährdende Stoffe.

 

Transport asbesthaltiger Produkte

Asbesthaltige Produkte sind Gefahrgüter der Klasse 9. Wenn allerdings während des Transportes keine gefährlichen Mengen lungengängiger Asbestfasern freigesetzt werden können, brauchen die Vorschriften der GGVSEB nicht beachtet zu werden. Dies ist beispielsweise beim Transport folgender asbesthaltiger Abfälle der Fall:
a) Schwach gebundene Asbestprodukte, z.B. ausgebauter Spritzasbest, sind in Bindemitteln wie Zement, Asphalt oder Kunststoffe eingebettet.
b) Asbesthaltige Fertigprodukte wie Dach- oder Fassadenplatten werden in Folien oder abgedeckten Behältnissen, z.B. Big-Bags, transportiert.

Bezüglich der Entsorgung empfiehlt es sich, bei den Deponiebetreibern anzufragen, da die Annahmebedingungen sehr unterschiedlich sind.

 

Transport von Munition für Bolzensetzgeräte

Kartuschen für Bolzensetzgeräte sind Gefahrgüter der Klasse 1. Durch die Konstruktion der Kartuschen kann eine Explosion – abgesehen von der beabsichtigten Zündung im Bolzensetzgerät – nur durch einen Brand verursacht werden. Aufgrund dieses hohen Sicherheitsstandards müssen beim Transport der Kartuschen nur die üblichen Regelungen für Gefahrguttransporte beachtet werden. Das für explosive Stoffe geltende Zusammenladeverbot mit Gefahrgütern anderer Klassen gilt für diese Kartuschen nicht.

 

Gefahrgutliste

Gefahrgutliste

 

 

 

Kopiervorlage Mengennachweis

Kopiervorlage Mengennachweis

 

 

 

Hier erhalten Sie weitere Informationen

Hier erhalten Sie weitere Informationen

Berufsgenossenschaft
der Bauwirtschaft, Berlin
Prävention
Präventions-Hotline der BG BAU: 0800 80 20 100
(gebührenfrei)
Internet: www.bgbau.de
E-Mail: praevention@bgbau.de

 

Fachliche Ansprechpartner für Ihren Betrieb vor Ort finden Sie unter:
www.bgbau.de – Ansprechpartner/Adressen – Prävention
  Um die Kontaktdaten des Ansprechpartners der Prävention der BG BAU zu finden, können Sie ihn direkt über die Postleitzahl bzw. den Ortsnamen Ihrer Baustelle suchen.
Wenn Ihnen keine dieser Angaben vorliegt, haben Sie zusätzlich noch die Möglichkeit, sich über die Kartendarstellung zur Adresse Ihrer Baustelle "durchzuklicken".
Auch dort finden Sie die entsprechenden Kontaktdaten.

 

Webcode: M371-1


Volltextsuche mit Filterfunktionen

Was ist neu?

Neue bzw. überarbeitete Medien:

Medienkatalog 2017