BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

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Wie kann die Gesundheitsgefährdung durch Epoxidharze reduziert werden?

Eine Exposition gegenüber Epoxidharzen sollte so weit wie möglich vermieden werden. In einigen Fällen können Ersatzstoffe oder Ersatztechniken gewählt werden. In anderen Fällen sollten weniger gefährliche Epoxidharz-Produkte in Betracht gezogen werden. Trotzdem müssen auch bei der Verarbeitung dieser Produkte sicherheitsgerechte Arbeitspraktiken zur Vermeidung von Hautkontakt angewendet werden.


6.1 Ersatzstoffe

Vor der Entscheidung für Epoxidharze sollte die Möglichkeit der Anwendung von Ersatzstoffen geprüft werden. Epoxidharze bieten eine Reihe von technischen Vorteilen; daher kann es schwierig sein, gleichwertige Alternativen zu finden. Der Verarbeiter von Epoxidharz-Produkten (der Beschäftigte) hat jedoch gewöhnlich wenig Einfluss darauf, welche Stoffe eingesetzt werden. Bereits bei der Planung der Maßnahme muss durch den Bauherren, Planer oder Architekten geprüft werden, ob eine Verwendung von Ersatzstoffen möglich und sinnvoll ist. Beispiele für Ersatzstoffe werden in Tabelle 1 aufgeführt.

TABELLE 1 - BEISPIELE FÜR MÖGLICHE ERSATZSTOFFE FÜR EINIGE ANWENDUNGEN VON EPOXIDHARZEN

Anwendungen Mögliche Alternativen Anmerkungen
Verfugen von Fliesenbelägen Verfugungsmaterial auf
Basis von Alkalisilikaten
Einsatz auch bei hoher Chemikalienbelastung möglich
Abwasserbereich Spezialzemente Diese können als Abdichtungs-/ Beschichtungsmaterial verwendet werden

Weitere Hinweise zu Ersatzstoffen und Ersatzverfahren sind unter www.gisbau.de. zu finden.


6.2 Transport zur Arbeitsstelle von Materialien

Beim Transport von Materialien in Fahrzeugen ist darauf zu achten, dass angebrochene Gebinde nur vollständig verschlossen und außen gereinigt transportiert werden. Verunreinigte Werkzeuge, Kleidung und Abfälle sind in dicht verschlossenen Verpackungen (z.B. Plastiksack) zu transportieren.


6.3 Sicherheit bei der Verarbeitung: Allgemeine Maßnahmen

Ein richtig gewähltes Arbeitsverfahren trägt dazu bei, den Kontakt mit Epoxidharz-Produkten einzuschränken. Oberstes Ziel sollte sein, die Arbeitsverfahren so zu gestalten, dass ein Hautkontakt zu Harz, Härter oder nicht vollständig ausgehärteter Mischung vermieden wird.

In vielen Fällen finden in der Nähe des Arbeitsplatzes, an dem mit Epoxidharz gearbeitet wird, auch andere Arbeiten statt. Die Beschäftigten, die an den Arbeiten mit Epoxidharz nicht beteiligt sind, sollten gegen einen möglichen Kontakt mit diesen Produkten geschützt werden. Wenn notwendig, ist der Arbeitsbereich zu kennzeichnen oder abzugrenzen.

Relativ einfache Maßnahmen können dazu beitragen, die Risiken eines Hautkontaktes zu vermeiden:

  • den Deckel oder die Verschlusskappe unmittelbar nach Gebrauch auf das benutzte Gebinde der Harz-Komponente, des Härters oder des Verdünners aufsetzen
  • geschlossene Abfallbehälter für leere Gebinde, benutzte Lappen, Geräte etc. verwenden
  • nicht mehr Material als unbedingt nötig anmischen. Hinweise des Herstellers bezüglich der Verarbeitungszeiten beachten
  • Griffe und Stiele von Werkzeugen sauber halten.
  • gebrauchte Werkzeuge umgehend reinigen oder entsorgen
  • den Arbeitsbereich nach Beendigung der Arbeiten reinigen.

Bei Arbeiten in geschlossenen Räumen oder mit lösemittelhaltigen Epoxidharzen sollte für eine ausreichende Lüftung gesorgt werden.

Waschmöglichkeiten, Pausen- und Umkleideräume
In der Nähe des Arbeitsplatzes sollten Wasch- und Umkleidemöglichkeiten bereit gestellt werden. Den Beschäftigten ist die Anweisung zu geben, saubere Kleidung von beschmutzter Kleidung und Werkzeugen getrennt zu halten. Im Waschbereich sollten vorhanden sein:

  • eine Vorrichtung mit fließendem Wasser
  • Hautreinigungsmittel
  • Einweg-Papiertücher
  • Hautpflegecreme sowie
  • ggf. Augenduschen.
Pausenräume, in denen gegessen und getrunken wird, dürfen nicht mit Gefahrstoffen, z.B. Epoxidharz-Produkten verunreinigt sein. In diesen Bereichen dürfen Epoxidharz-Produkte auch nicht aufbewahrt werden.

Lagerung von Epoxidharz-Produkten und Abfällen
Epoxidharz-Produkte sind in einem Raum zu lagern, der den staatlichen Vorschriften entspricht. Nicht ausgehärtete Abfälle müssen deutlich gekennzeichnet sein, wobei die gleichen Symbole und Gefahrenhinweise wie bei den ursprünglichen Gebinden der Produkte zu verwenden sind. Für die Sammlung von Abfällen sollte ein Container oder ein Abfalleimer mit auswechselbarem Plastiksack zur Verfügung stehen. In einer Werkstatt sind Abfallbehälter, die mit dem Fuß geöffnet werden können, zu bevorzugen.

Dosieren und Mischen der Komponenten
Wann immer möglich; sollten Epoxidharz-Arbeitspackungen, bei denen sich die Komponenten bereits im richtigen Verhältnis zueinander befinden, verwendet werden. So entfällt die Gefahr einer falschen Dosierung.

Auf dem Markt werden einige Arbeitspackungen angeboten, bei denen die Härterverpackung durchstoßen wird und der Härter zur Mischung in das darunter befindliche Harzgebinde läuft. Durch diese Arbeitspackung erübrigt sich ein Umgießen des Härters in das Mischgefäß.

Können keine Arbeitspackungen verwendet werden, ist eine Waage zur Abmessung der Komponenten zu verwenden. Bei Großgebinden oder Fässern können technische Dosiersysteme verwendet werden. Dazu zählen z.B. Pumpen mit Durchflussmessern.

Arbeitspackung mit Integriertem
Härterbehälter zum Durchstoßen
Arbeitspackung mit getrennten Gebinden für Harz und Härter


Der "Mischplatz"
Bei der Mischung der Komponenten besteht ein beträchtliches Gefährdungspotenzial durch Hautkontakt und Einatmen. Der Mischbehälter sollte auf eine ebene Fläche gestellt werden, denn durch kippende Behälter kann es zu Spritzern oder zum Verschütten kommen. Zusätzlich ist darauf zu achten, dass die umgebende Oberfläche nicht durch Epoxidharz-Produkte verunreinigt wird. Dies kann vermieden werden, indem Eimer oder Behälter auf eine Folie gestellt werden.

Der Bereich, in dem das Mischen stattfindet, sollte deutlich gekennzeichnet sein, damit andere Personen nicht mit den Produkten in Kontakt kommen. Zu diesem Zweck können Absperrbänder oder Warnschilder eingesetzt werden.


Anmischen des Produktes

a) Mischen per Hand

Das Mischen der beiden Komponenten von Epoxidharzmaterialien wird häufig in dem Originalgebinde durchgeführt, in dem sich das Harz befindet. Es wird empfohlen, folgendermaßen zu mischen:

  • Verwendung eines Handrührwerkes mit stufenlos verstellbarer Rührgeschwindigkeit. Bei Bohrmaschinen oder Rührwerken mit konstanter Drehzahl ist in der Anlaufphase ein Verspritzen und Überschwappen des Materials kaum zu vermeiden.

Anmischen von Epoxidharz

  • Der optimale Durchmesser des Rührers beträgt ein Drittel des Durchmessers des Mischgefäßes. Hinweise der Materialhersteller zur Geometrie der Rührwerkzeuge beachten.

  • Mit niedriger Rührgeschwindigkeit mischen, damit es keine Spritzer gibt.

  • Den Behälter oder Eimer nur bis ca. 20 cm unterhalb der Kante auffüllen, um ein Überschwappen des Materials zu verhindern.

  • Falls möglich, den Behälter beim Mischvorgang abdecken (z.B. durch einen durchsichtigen Auflegedeckel mit Schlitz).

  • Beim Umtopfen sorgfältig und langsam umgießen. Bei schweren Gebinden zu zweit arbeiten.

b) Mischen im Zwangsmischer

  • Zur Mischung größerer Mengen oder zur Herstellung gefüllter Materialien sollte ein Zwangsmischer verwendet werden. Bei der Herstellung gefüllter Materialien führt die Verwendung von Handrührwerken zu einer Mitbewegung des Mischgefäßes und der Gefahr eines unkontrollierten Überschwappens der Produkte.

  • Rührbottich des Zwangsmischers nicht überfüllen.

  • Komponenten langsam hinzufügen.

c) Mischen von Injektionsharzen

Injektionsharze, die für Betonsanierungen eingesetzt werden, können in automatischen Misch- und Dosiersystemen verwendet werden. Diese tragen dazu bei, einen möglichen Hautkontakt zu reduzieren.


6.4 Vermeidung eines Hautkontaktes während der Applikation der Produkte

Transport der Mischungen zum Einbauort
Vor Ort können die Materialien im Mischgefäß am besten mit Hilfe von Transportwagen zum Einbauort transportiert werden. Diese können auch zum Ausgießen des Produktes verwendet werden.

Das Material ist so dicht wie möglich am Boden auszugießen, damit es nicht zu Spritzern kommt.

Angemischtes Material muss zur Abführung der Reaktionswärme zügig ausgegossen und verteilt werden. Bei sehr großen Flächen (z.B. Parkdecks) ist eine Materialverteilung mit Maschinen möglich. Hersteller fragen!

Karre zum Transport und zum Ausgießen

Auftragen von Epoxidharzen durch Aufrollen oder Verteilen mit Gummiwischern
Das Material sollte mit langstieligen Rollen aufgerollt oder mit langstieligen Gummiwischern verteilt werden. Dies ermöglicht es, im Stehen zu arbeiten. So reduziert sich das Risiko eines Hautkontaktes.

Verteilen von Harz mit einem langstieligen Gummiwischer

Ein Spritzschutzschild an der Rolle beugt Spritzern vor. Dies trägt dazu bei, das Risiko eines Hautkontaktes durch Verschmutzung der Arbeitskleidung oder der Schuhe zu reduzieren.

Rolle mit angklemmtem Spritzschutzschild

Verfugungs- und Spachtelarbeiten
Beim Verfugen und Spachteln mit Epoxidharz kann es erforderlich sein, im Knien zu arbeiten. In solchen Fällen sollte zusätzlich zu Knieschonern eine saubere weiche Unterlage (Styroporplatte, Pappe o.ä.) verwendet werden, um eine Verunreinigung der Hosenbeine zu vermeiden und die Knie zu schützen.

Beim Aufbringen von Ausgleichs- und Kratzspachtelungen können die Materialien teilweise auch stehend mit einem langstieligen Rakel oder einem Hartgummiwischer aufgebracht werden.

Verarbeitung von 2-Komponenten-Klebstoffen und -Reparaturmassen
Das Dosieren und Mischen der Komponenten kann umgangen werden, indem Mehrkomponenten-Kartuschensysteme (z.B. Kartuschenpistole) verwendet werden. Die Komponenten werden hierbei automatisch im richtigen Verhältnis vermischt.

Müssen Materialien von Hand gemischt werden, sind geeignete Arbeitsgeräte und Hilfsmittel (Rührstab, Pappbecher etc.) zu verwenden. Zum Auftragen der Materialien Werkzeuge und Hilfsmittel verwenden, die einen Hautkontakt verhindern (Pinsel, Spatel, Fixierhilfen).

Injektion von Epoxidharzen
Tipps für ein sicheres Vorgehen bei der Rissverpressung:

  • Anstatt die Komponenten zu mischen und sie dann in die Injektionspumpe zu geben, können 2-Komponenten-Injektionspumpen (d. h. geschlossenes, automatisches Dosieren und Vermischen) verwendet werden.
  • Einfüllstutzen / Packer sorgfältig setzen.
  • Entlüftungsöffnungen an der Rissverdämmung vorsehen.
  • Mittels Druckluft prüfen, ob die Packer untereinander frei durchgängig sind.
  • Ausreißsichere Kupplungen benutzen.
  • Die Schläuche nicht einklemmen, abknicken oder überfahren.
  • Druckanzeige (Manometer) beobachten, um ein unvorhergesehenes Abreißen der Packer - in Folge von Überdruck - zu verhindern.

6.5 Reinigung von Werkzeugen und Geräten

Eine Reinigung mit organischen Lösemitteln sollte vermieden werden. Eine empfehlenswerte Vorgehensweise umfasst:

  • Benutzte Werkzeuge so schnell wie möglich und vor Aushärtung des Epoxidharzes reinigen.
  • Wenn möglich, Einweg-Arbeitsgeräte (Rollen etc.) verwenden.
  • Den Stiel der Arbeitsgeräte (Rollen, Wischer etc.) mit Klebeband abdecken. So kann statt Reinigen oder Wegwerfen des Arbeitsgerätes nach den Arbeiten das Klebeband einfach entfernt werden (dabei müssen Schutzhandschuhe getragen werden).
  • Die Arbeitsgeräte mechanisch reinigen. Dies kann z. B. durch Abkratzen oder Abreiben mit Sand geschehen.
  • Für die Reinigung nur dann Lösemittel einsetzen, wenn kein anderes Verfahren möglich ist. Keine Reinigungsmittel, die Dichlormethan oder aromatische Kohlenwasserstoffe enthalten, verwenden.
  • Bei allen Reinigungsarbeiten Schutzhandschuhe tragen.

6.6 Persönliche Schutzausrüstung, Hautpflege

Bei Arbeiten mit Epoxidharz-Produkten ist ein guter Hautschutz und eine gute Hautpflege unbedingt erforderlich. Das Tragen von Schutzkleidung und Schutzhandschuhen ist unbedingt erforderlich. Zudem sollte die Haut sorgfältig gereinigt und gepflegt werden (s. Anhang: Hautschutzplan).

Arbeitskleidung/Schutzkleidung
Bei Arbeiten mit Epoxidharzen ist passende Schutzkleidung zu tragen. Zusätzlich zur normalen Arbeitskleidung (lange Hose, langärmeliges Hemd oder T-Shirt) können je nach Tätigkeit Einweg-Overalls, Schürzen, Überzieher, Ärmelschoner o.ä. notwendig sein. Unbedeckte Hautstellen sind so weit wie möglich zu vermeiden, auch bei heißem Wetter. Wenn bei den Arbeiten gekniet wird oder Beschichtungen mit einem Roller aufgetragen werden, sollte der Unterschenkelbereich durch eine Schutzhose geschützt werden.

Beim Verlegen und Beschichten von Böden sollten Gummistiefel getragen werden. Beim Gang über feuchtes Material müssen Nagelschuhe getragen werden.

Die Arbeitskleidung sollte regelmäßig gewechselt werden, mindestens täglich. Kleidungsstücke, die mit Epoxidharz verunreinigt wurden, sind umgehend zu wechseln.
Einweg-Kleidung sollte entsorgt werden. Verunreinigte Arbeitskleidung darf nicht mit Straßenkleidung in Berührung kommen.

Handschuhe
Beim Umgang mit lösemittelfreien Epoxidharz-Produkten müssen Schutzhandschuhe aus Nitril oder Butylkautschuk getragen werden. Hinweise zu geeigneten Schutzhandschuhen sind in den Herstellerinformationen, im Anhang oder unter www.gisbau.de zu finden
Bei Verwendung von Lösemitteln oder lösemittelhaltigen Produkten sind auch auf die Lösemittel abgestimmte Handschuhe auszuwählen.

Beim Tragen von Schutzhandschuhen sollte Folgendes beachtet werden:

  • Niemals Lederhandschuhe verwenden. Lederhandschuhe bieten keinen Schutz gegenüber Epoxidharzbestandteilen. Keine dünnen Einweghandschuhe aus Latex, Nitril oder PVC verwenden. Auch diese Handschuhe bieten keinen Schutz.
  • Niemals Schutzhandschuhe über schmutzige oder feuchte Hände anziehen.
  • Handschuhe so oft wie nötig wechseln. Handschuhe maximal für eine Schicht verwenden.
  • Nie Handschuhe verwenden, die innen verunreinigt sind.
  • Nie beschädigte oder aufgequollene Handschuhe verwenden.
  • Zur Vermeidung von übermäßigem Schwitzen im Inneren der Handschuhe können Baumwollhandschuhe zum Unterziehen benutzt werden.

So nicht! Mit Epoxidharz durchtränkte Lederhandschuhe Richtige Schutzausrüstung
beim Umgang mit Epoxidharzen
Abwiegen von Harz mit Schutzhandschuhen aus Nitril

Augen- und Gesichtsschutz
Beim Mischen der Komponenten oder bei der Gefahr von Spritzern ist eine Schutzbrille aufzusetzen. Bei Arbeiten über Kopf, bei der Spritzverarbeitung oder der Rissverpressung ist ein Gesichtsschutzschild notwendig.

Hautreinigung
Aggressive Reinigungsmittel, Reibe- oder Lösemittel schädigen die natürliche Hautbarriere. Vorgeschädigte Haut wird von Epoxidharzprodukten stärker angegriffen. Bei der Hautreinigung ist Folgendes zu beachten:

  • Die Haut so schnell wie möglich reinigen, wenn sie mit Epoxidharz-Produkten verunreinigt wurde.
  • Solange das Produkt noch nicht getrocknet ist, kann die verunreinigte Haut häufig mit einem sauberen Tuch oder einem Papierhandtuch und anschließend mit Wasser und milder Seife gereinigt werden.
  • Zum Händewaschen - wenn möglich - nur Wasser in Verbindung mit einer milden Seife oder einem milden Hautreinigungspräparat verwenden.
  • Zum Händewaschen keine Lösemittel verwenden.
  • Die Hände nach dem Händewaschen mit einem Hautpflegemittel eincremen.

Hautpflege
Hautpflegemittel tragen dazu bei, dass die Haut in einem guten Zustand bleibt und sich nach einer Hautbelastung schneller regeneriert. Deshalb sollten die Hände nach der Arbeit mit einem Hautpflegemittel eingecremt werden. Weitere Informationen zum Thema Hautschutz und Hautschutzpläne für Arbeiten mit Epoxidharzen erhalten Sie bei der Bau-Berufsgenossenschaft oder unter www.gisbau.de.

Hautcreme nie als Ersatz für Schutzhandschuhe verwenden! Auch spezielle "Hautschutzcremes" haben keine Schutzwirkung und können daher das Auftreten von Hauterkrankungen nicht verhindern.

Atemschutz
Bei der Verarbeitung lösemittelbasierter Epoxidharze kann die Verwendung von Atemschutz notwendig sein. Grundsätzlich ist vor der Verwendung von Atemschutz zu prüfen, ob sich die Lösemittelbelastungen durch technische Maßnahmen (Lüftung, Absaugung) so weit reduzieren lassen, dass die Arbeitsplatzgrenzwerte eingehalten werden.
Ist dies nicht möglich und muss Atemschutz getragen werden, sind Atemschutzgeräte mit Filtern gegen organische Gase und Dämpfe (A-Filter, Kennfarbe braun) zu verwenden. Empfehlenswert sind gebläseunterstützte Atemschutzgeräte.
Bei der Spritzapplikation werden feine Aerosole freigesetzt; es sind Kombinationsfilter vom Typ A2P2 oder umgebungsluftunabhängige Atemschutzgeräte (z.B. Schlauchgeräte ) zu verwenden.


6.7 Arbeitsmedizinische Vorsorge

Vor Aufnahme einer Tätigkeit mit Epoxidharzen und danach in regelmäßigen Abständen sind Vorsorgeuntersuchungen durch einen Arbeitsmediziner oder einen Arzt mit der Zusatzbezeichnung "Betriebsmedizin" zu veranlassen. Diese Untersuchungen werden beispielsweise vom Arbeitsmedizinisch-Sicherheitstechnischen Dienst der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (ASD der BG BAU) angeboten.


6.8 Erste Hilfe

Kommt es unbeabsichtigt zu einer Exposition oder Unfällen mit Epoxidharzen, sollten die folgenden Maßnahmen ergriffen werden (lesen Sie hierzu auch im Sicherheitsdatenblatt nach):

Bei Augenkontakt
Die Augen 15 Minuten lang unter fließendem Wasser ausspülen. Anschließend immer einen Arzt aufsuchen.

Bei Hautkontakt
Mit Epoxidharz getränkte Kleidung sofort ausziehen und die betroffenen Stellen mit milder Seife und viel Wasser waschen. Wenn möglich duschen. Bei großflächigem Hautkontakt, Hautrötungen, Reizungen oder Juckreiz Arzt aufsuchen.

 

 

Webcode: M331-8


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