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Vorsicht beim Umgang mit Epoxidharzen

Epoxidharze sind in der Bauwirtschaft in vielfältigen Anwendungen weit verbreitet. Sie haben jedoch den Nachteil, dass ihre Systemkomponenten gefährliche Substanzen enthalten. Viele dieser Substanzen können Hauterkrankungen verursachen. Eine große Zahl von Bauarbeitern leidet an Reizungen und Allergien der Haut. Ursache dieser Erkrankungen kann eine Exposition gegenüber ungehärteten Epoxidharzen, Härtern, Verdünnern oder Lösemitteln sein. Dieses Faltblatt bietet Informationen über den sicheren Umgang mit Epoxidharzen auf Baustellen.


Woran lässt sich erkennen, welche Gefahren von Epoxidharzen ausgehen?

Vor Gebrauch des Produktes sollten Sie immer:

  • Die Informationen auf der Verpackung oder den Gebinden lesen. Beachten Sie die Gefahrensymbole, die die Art der Gefährdung angeben.
  • Die entsprechend der gesetzlichen Bestimmungen von Ihrem Arbeitgeber zur Verfügung gestellten Betriebsanweisungen sorgfältig durchlesen und beachten.
  • Selbstständige sollten sicherstellen, dass sie die bestehenden Gefährdungen und die notwendigen Sicherheitsvorkehrungen für einen sicheren Umgang mit Epoxidharzen kennen.

Welche Gesundheitsgefährdungen gehen von Epoxidharzen aus?

Mögliche Folgen einer Exposition, d.h. eines Kontaktes der Haut gegenüber ungehärteten Epoxidharzen, sind:

  • Reizungen, Rötung, Jucken und Schmerzen der Haut und der Augen.
  • Allergische Hautreaktionen (z. B. an Händen und Beinen, aber auch an den Augen und im Gesicht).
  • Verätzungen (durch einige Härter).

Das Einatmen von Lösemitteldämpfen kann zu Kopfschmerzen führen und auch andere Teile Ihres Körpers schädigen (z. B. das Nervensystem).

Allergische Hautreaktion durch Epoxidharze


Wann kommt es zur Exposition?

Expositionen gegenüber Epoxidharzen können entstehen bei:

  • Transport und Lagerung (z. B. bei Kontakt zu beschädigten oder verunreinigten Gebinden).
  • Dosierung der Komponenten. Ein falsches Mischungsverhältnis kann eine heftige chemische Reaktion auslösen.
  • Mischen (z. B. durch Verspritzen, Überschwappen oder Verschütten).
  • Auftragung auf die Arbeitsflächen (z. B. beim Streichen, Verteilen, Rollen, Injizieren, Spritzen).
  • Kontakt mit verunreinigten Gebinden, Arbeitsgeräten, Kleidungsstücken oder Sicherheitsausrüstungen.
  • Reinigen von Arbeitsgeräten und Entsorgung von Gebinden.

Gesundheitliche Folgen

Eine Epoxidharzexposition kann unterschiedliche Folgen haben: am häufigsten sind Reizungen und Allergien der Haut. Sollte es zu einer Sensibilisierung, d.h. einer Allergie gegenüber Epoxidharzen kommen,

  • sind schwere Hautprobleme mit Wunden, Entzündungen und Juckreiz die Folge.
  • kann der Fall eintreten, dass Sie nicht länger mit Epoxidharzen arbeiten können, da jeder weitere Kontakt erneut zu allergischen Hautreaktionen führt.
  • können Sie gezwungen sein, den Beruf zu wechseln.








Karre zum Transport und zum Ausgießen

Langstieliger Gummiwischer


Welche Präventionsmaßnahmen können getroffen werden?

Zum Schutz Ihrer Haut müssen Sie beim Umgang mit Epoxidharzen eine Reihe von Vorsichtsmaßnahmen treffen. Ihr Arbeitgeber hat dafür zu sorgen, dass Ihre Gesundheit durch die angewandten Arbeitsverfahren nicht gefährdet wird. Er ist dafür verantwortlich, Sie mit Informationen, geeigneten Handschuhen, Brillen und anderen Schutzausrüstungen zu versorgen und Sie zu unterweisen.

Sie sollten mit Ihrem Arbeitgeber kooperieren und die zur Verfügung gestellten Einrichtungen, Arbeitsgeräte und Schutzausrüstungen benutzen.

Erkundigen Sie sich zum Schutze Ihrer Gesundheit bei Ihrem Arbeitgeber, ob der Einsatz epoxidharzfreier Produkte oder Ersatzverfahren ohne Verwendung gefährlicher Chemikalien möglich ist. In einigen Fällen kommt die Verwendung weniger gefährlicher Epoxidharze in Frage.

Bei der Arbeit mit Epoxidharzen gilt:

  • Möglichst jeden Hautkontakt zu unausgehärteten Epoxidharzen und Harzkomponenten konsequent vermeiden.
  • Den Sicherheitsanweisungen Folge leisten. Sie finden diese auf den Gebinden, in den Sicherheitsdatenblättern und in den vom Arbeitgeber erstellten Betriebsanweisungen.
  • Nur die erforderliche Menge anmischen und die Komponenten nur in der empfohlenen Reihenfolge hinzufügen.
  • Geeignete Arbeitsgeräte verwenden (z. B. langstielige Roller, Wisch- und Verteilgeräte, Spritzschutzschilde).
  • Handrührwerke mit stufenlos regelbarer Rührgeschwindigkeit verwenden. Der Durchmesser des Rührkorbes sollte maximal 1/3 des Durchmessers des Mischgefäßes betragen.
  • Mischgefäß nur bis 20 cm unterhalb der Kante füllen, um ein Überschwappen zu vermeiden.
  • Zum Transport des Materials zum Einbauort Transportwagen verwenden.
  • Im Arbeitsreich für ausreichende Lüftung sorgen.
  • Beim Mischen, Injizieren und bei Spritzverfahren Augenschutz tragen (z. B. Schutzbrille, Gesichtsschutzschirm).
  • Butyl- oder Nitrilhandschuhe verwenden, sofern der Epoxidharzhersteller nicht eine andere Handschuhart empfiehlt.
  • Keinesfalls Leder- oder dünne Einmalhandschuhe tragen. Diese bieten keinen Schutz.
  • Besonders beim Mischen oder bei Arbeiten im Knien Arbeitskleidung durch Verwendung zusätzlicher Schutzkleidung (z. B. Overall, Schutzhose, Schürze) vor Verschmutzung durch Epoxidharze schützen.
  • Bei Spritzverfahren oder der Verwendung lösemittelhaltiger Produkte Atemschutz verwenden.
  • Nach dem Händewaschen Hautpflegecreme auftragen.

Weitere Schutzmaßnahmen:

  • Mit Epoxidharzen verunreinigte Hautpartien sofort mit Wasser und Seife abwaschen.
  • Zur Reinigung der verunreinigten Hautpartien keine Lösemittel benutzen.
  • Im Arbeitsbereich nicht essen, rauchen oder trinken.
  • Die Innenseite der Schutzhandschuhe vor Verunreinigung durch Epoxidharze schützen.
  • Die Handschuhe nicht länger als einen Tag tragen. Bei Beschädigung die Handschuhe sofort wechseln.

Erste Hilfe

Bei Hautkontakt: Mit Epoxidharz getränkte Kleidung unverzüglich ausziehen und die betroffenen Stellen mit Wasser und Seife reinigen.
Bei Augenkontakt: Die Augen unter fließendem Wasser ausspülen. Immer einen Arzt aufsuchen.

 

Berufsgenossenschaft
der Bauwirtschaft
Hildegardstraße 29/30
10715 Berlin
www.bgbau.de

 

Dieses Faltblatt wurde im Rahmen des Projektes EPOXYCODE im Auftrag der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz erarbeitet.

Ansprechpartner bei der BG BAU

Präventions-Hotline der BG BAU
0800 80 20 100
(gebührenfrei)

E-Mail: praevention@bgbau.de

oder

Gefahrstoff-Informationssystem der BG BAU (GISBAU)
Hungener Straße 6
60389 Frankfurt am Main
Tel. 069 4705-279

Weitere Informationen zum Thema Epoxidharze finden Sie unter www.gisbau.de

 

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Herausgeber und Copyright

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