BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

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Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen 02.1

Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen für Erdarbeiten 02.1.1
Für die Ausführung der Erdarbeiten sind die Festlegungen in DIN 4124 "Baugruben und Gräben" sowie in der UVV "Bauarbeiten" (BGV C 22), insbesondere Abschnitt VI "Zusätzliche Bestimmungen für Arbeiten in Baugruben und Gräben sowie an und vor Erd- und Felswänden", zu beachten.
Die Absicherung von Baugruben und Gräben im oder in der Nähe von öffentlichem Verkehrsraum ist vom Auftragnehmer, unter Berücksichtigung der Vorgaben des Auftraggebers, mit den zuständigen Behörden abzustimmen.
Der Auftragnehmer hat sich vor der Durchführung der Erdarbeiten ausreichend Kenntnis über die Lage von Leitungen, Kabeln, Kanälen und dergleichen im Bereich der Baugruben oder Gräben zu verschaffen und mit den Anlagenbetreibern geeignete Schutzmaßnahmen festzulegen und sofern erforderlich sich vor Arbeitsbeginn davon zu überzeugen, dass alle Leitungen vom Netz getrennt und verschlossen sind. Hierzu sind vom Auftraggeber nach den Erfordernissen des Einzelfalles Angaben zu machen.
Kann die Lage vorhandener Leitungen, Kabel, Kanäle und dergleichen vom Auftraggeber vor Ausführung der Arbeiten nicht angegeben werden, ist diese zu erkunden. Solche Maßnahmen sind Besondere Leistungen nach VOB Teil C.
Im Bereich benachbarter baulicher Anlagen sind die Erdarbeiten unter Beachtung von DIN 4123 "Gebäudesicherung" durchzuführen.
Gefährden besondere Einflüsse, zum Beispiel Aufschüttungen, Grundwasserabsenkungen, Erschütterungen (DIN 4124 "Baugruben und Gräben" Ziffern 4.2.6 und 4.2.7) die Standsicherheit von unverbauten Baugruben- und Grabenwänden, so hat der Auftragnehmer die Standsicherheit besonders zu überprüfen. Hält der Auftragnehmer flachere Böschungen aus den vorgenannten Gründen für notwendig, so hat er dies gemäß VOB/B § 4 Nr. 3 anzuzeigen und entsprechend den Erfordernissen auszuführen.
Bei verbauten Baugruben und Gräben hat der Auftragnehmer dafür zu sorgen, dass die Standsicherheit des Verbaus in jedem Bauzustand bis zum Erreichen der Sohle und während des gesamten Rückbaus gewährleistet ist (DIN 4124 "Baugruben und Gräben" Ziffer 4.3.8).
Der Verbau und seine Teile müssen vom Auftragnehmer während der Bauausführung regelmäßig überprüft werden (DIN 4124 "Baugruben und Gräben" Ziffer 4.3.9).

Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen für Unterfangungen 02.1.2
Dem Auftragnehmer werden alle notwendigen bautechnischen Unterlagen nach DIN 4123 "Gebäudesicherung" Ziffer 4 bauseits zur Verfügung gestellt.
Der Auftragnehmer hat nach DIN 4123 "Gebäudesicherung" Ziffer 6 vor Beginn der Unterfangungsarbeiten die örtlichen Verhältnisse, insbesondere die Beschaffenheit des Baugrundes und den Zustand der bestehenden baulichen Anlagen zu überprüfen.
Dem Auftragnehmer wird empfohlen, zusammen mit allen Beteiligten (Bauherr, Bauleitung, Statiker, Nachbar, Sachverständiger) eine Beweissicherung durchzuführen.
Vor dem zu unterfangenden Bauteil muss zur Sicherung gegen Grundbruch ein Erdblock nach DIN 4123 "Gebäudesicherung" Ziffer 7.2 verbleiben.
Die Abschnitte des Aushubs im Bereich des Erdblocks dürfen nach DIN 4123 "Gebäudesicherung" Ziffer 7.3 höchstens 1,25 m breit sein. Zwischen den einzelnen Unterfangungsabschnitten ist ein Abstand von mindestens der dreifachen Breite eines Abschnitts einzuhalten.
Der abschnittsweise Abtrag des Erdblocks sowie der Aushub für die eigentliche Unterfangung werden in nachstehenden Leistungspositionen beschrieben.
Der Auftragnehmer hat dafür zu sorgen, dass während der Unterfangungsarbeiten stets ein fachkundiger Aufsichtführender auf der Baustelle anwesend ist.

 

 

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