BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

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Rauchen am Arbeitsplatz Lust und Last, Titel

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Rauchen am Arbeitsplatz

 

Überarbeitete Auflage 2013
Abruf Nr. 721

 

Rauchen am Arbeitsplatz Lust und Last, Inhalt

Inhaltsverzeichnis


Rauchen – Die Fakten
Rauchen im Betrieb
Rauchen erhöht die Gefährdung am Arbeitsplatz
Rauchen und Staub
Passivrauchen
Wenn Raucher aufhören
Sofort aufhören oder Schritt für Schritt?
Tipps zum Aufhören
Endlich Nichtraucher
Wer hilft mir beim Aufhören? Ihr Betriebsarzt berät Sie gern

 

Rauchen am Arbeitsplatz Lust und Last, Rauchen - Die Fakten

Rauchen - Die Fakten


Rauchen ist die Sucht, die weltweit zu den meisten Todesfällen führt.

  • Jährlich sterben allein in Deutschland mehr als 100.000 Menschen an den Folgen ihres Tabakkonsums.
  • In Deutschland raucht etwa jeder 3. Erwachsene; ca. 80% davon rauchen täglich.
  • Das durchschnittliche Einstiegsalter liegt zwischen 13 und 14 Jahren.
  • Bei Bauberufen liegt die Raucherquote über 50%.
  • Jeder Raucher verkürzt im Durchschnitt sein Leben um 8 Jahre.
  • Etwa die Hälfte aller Tabak bedingten Todesfälle tritt bereits im mittleren Lebensalter auf.
  • 95 % der an Lungenkrebs Erkrankten sind oder waren Raucher.

Tabakkonsum wirkt sich auf zahlreiche Organe negativ aus. Es sind mehr als 40 Krankheiten bekannt, bei denen Rauchen eine bedeutsame Ursache darstellt. Die wesentlichen gesundheitlichen Folgen des aktiven Rauchens sind:

  • Krebserkrankungen
  • Raucherbein
  • Chronische Bronchitis
  • Herzinfarkt oder Schlaganfall
  • Potenz- und Fruchtbarkeitsstörungen
  • Leistungsminderung bei der Arbeit und beim Sport

 

Rauchen am Arbeitsplatz Lust und Last, Rauchen im Betrieb

Rauchen im Betrieb


Verengung der Atemwege in % der Untersuchten


Bei Arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen von Beschäftigten der Bauwirtschaft wurden bei Rauchern Verengungen der Atemwege, wie chronische Bronchitis, doppelt so häufig gefunden wie bei Nichtrauchern.

Rauchen verstärkt die schädigenden Wirkungen von Gefahrstoffen. Dies gilt besonders bei Einwirkung von Asbest- und Quarzstaub, aber auch für lösemittelhaltige Lacke und Blei.


Risiko Lungenkrebs


Das Risiko an Lungenkrebs zu erkranken, wird durch Arbeiten mit Asbest um das 5-fache erhöht. Wird zusätzlich geraucht, erhöht sich das Risiko um das 50-fache.

 

Rauchen am Arbeitsplatz Lust und Last, Rauchen erhöht die Gefährdung am Arbeitsplatz

Rauchen erhöht die Gefährdung am Arbeitsplatz


  • Am Arbeitsplatz vorhandene Gefahrstoffe können über die Luft oder verschmutzte Hände direkt auf die Zigarette gelangen und beim Rauchen inhaliert werden.
  • Rauchen verleitet oft zur falschen Anwendung von persönlicher Schutzausrüstung und zu mangelhafter Hygiene.
  • Raucher haben häufiger Unfälle als Nichtraucher. Gründe dafür sind Augenreizungen oder Husten. Außerdem werden Raucher durch das Anzünden und Rauchen der Zigarette abgelenkt.
  • Rauchen am Arbeitsplatz ist eine häufige Ursache von Bränden oder Explosionen.
  • Raucher sind etwa 30% häufiger krank als Nichtraucher.
  • Durchblutungsstörungen der Hände bei Arbeiten mit vibrierenden Werkzeugen treten bei Rauchern verstärkt auf.
  • Rauchen ist die wichtigste Ursache von Luftverschmutzung in Innenräumen

 

Rauchen am Arbeitsplatz Lust und Last, Rauchen und Staub

Rauchen und Staub


  • Bei Tätigkeiten an einem Staubarbeitsplatz ist Rauchen besonders gesundheitsschädlich. Denn die Abwehr- und Reinigungsmechanismen der Lunge sind allein schon durch das Rauchen überfordert.
  • Es kommt zu einer "Staubüberladung" der Lunge.
  • Es entstehen Entzündungsprozesse, die zu einer chronischen Bronchitis und einer Lungenüberblähung führen können.

Staubbelastung besteht im Baubereich besonders bei folgenden Tätigkeiten:

  • Abbruch- und Stemmarbeiten
  • Betonsanierung und Betonbearbeitung
  • Korrosionsschutzarbeiten
  • Natur- und Werksteinbearbeitung
  • Putz- Stuck-, und Trockenbauarbeiten
  • Baureinigungsarbeiten
  • Erd- und Straßenbau
  • Tunnelbau

 

Rauchen am Arbeitsplatz Lust und Last, Passivrauchen

Passivrauchen


Passivraucher erleiden – wenn auch in geringerem Ausmaß und geringerer Häufigkeit – die gleichen akuten und chronischen Gesundheitsschäden wie Raucher.


Passivrauchen

  • fördert Herz- und Kreislauferkrankungen
  • erhöht das Erkrankungsrisiko bei Asthma bronchiale und Bronchitis, insbesondere bei Kindern
  • ist für etwa 400 Lungenkrebstote jährlich in Deutschland verantwortlich
  • schädigt die Entwicklung des Kindes im Mutterleib

§ 5 der Arbeitsstättenverordnung enthält zum Schutz der Nichtraucher folgende Verpflichtung:

Der Arbeitgeber hat die erforderlichen Maßnahmen zu treffen, damit die nicht rauchenden Beschäftigten in Arbeitsstätten wirksam vor den Gesundheitsgefahren durch Tabakrauch geschützt sind. Soweit erforderlich, hat der Arbeitgeber ein allgemeines oder auf einzelne Bereiche der Arbeitsstätte beschränktes Rauchverbot zu erlassen.

  Deshalb ist der Nichtraucherschutz am Arbeitsplatz für den Arbeitgeber eine grundsätzliche und konkrete Verpflichtung

 

Rauchen am Arbeitsplatz Lust und Last, Wenn Raucher aufhören

Wenn Raucher aufhören


Die Beendigung des Tabakkonsums bringt sowohl kurz- als auch langfristig erhebliche gesundheitliche Vorteile für Raucher aller Altersgruppen.

Selbst langjährige Raucher profitieren noch von einem Rauchstopp.


 

Rauchen am Arbeitsplatz Lust und Last, Sofort aufhören oder Schritt für Schritt?

Sofort aufhören oder Schritt für Schritt?


Jeder dritte Raucher hat den ernsthaften Wunsch, mit dem Rauchen aufzuhören.

Es bieten sich zwei Möglichkeiten an:

  • Die Schlusspunkt-Methode:
    Von einem Tag auf den anderen aufhören.

  • Die Schritt - für - Schritt -Methode:
    Schrittweises Verringern des täglichen Zigarettenkonsums.

Die meisten Raucher bevorzugen ein Selbstmanagement nach dem Motto: "ich kann das selbst".
® Erfolgsquote nach einem Jahr: 3 – 6 %.

Übrigens: Akupunktur, Hypnose etc. haben langfristig keine besseren Erfolgsraten erbracht als die Schlusspunkt- Methode allein.

Bewährt hat sich auch eine medikamentöse Unterstützung, zum Beispiel mit "Nikotinpflaster".
® Erfolgsquote nach einem Jahr: ca. 15 – 25 %.

Gerade bei starken Rauchern mit hoher Abhängigkeit empfiehlt sich eine medikamentöse Unterstützung.

Am erfolgreichsten ist eine medikamentöse Unterstützung in Verbindung mit einer Verhaltenstherapie, beispielsweise in einer Gruppe.
® Erfolgsquote nach einem Jahr: bis 35 %.

 

Rauchen am Arbeitsplatz Lust und Last, Tipps zum Aufhören

Tipps zum Aufhören


1. Legen Sie ein Datum für den Rauchstopp fest. Entsorgen Sie Zigaretten, Aschenbecher, Feuerzeuge.
2. Sagen Sie Ihrer Familie, Ihren Freunden und Bekannten, dass Sie aufhören wollen und bitten Sie um Unterstützung.
3. Suchen Sie die Nähe von Nichtrauchern, um Versuchungssituationen zu vermeiden.
4. Meiden Sie Situationen, die Sie früher automatisch mit einer Zigarette verbunden haben (z.B. Kneipenbesuch, Feiern).
5. Fragen Sie Ihren Arzt nach medikamentösen Hilfen, wie Nikotin-Pflaster und Nikotin-Kaugummis.
6. Ersetzen sie nach dem Essen die gewohnte "Zigarette" durch einen Apfel oder anderes Obst.
7. Es kann zu einer Gewichtszunahme kommen. Ernähren Sie sich deshalb kalorienbewusst.
8. Bewegen Sie sich viel, fangen Sie mit einer Sportart an, die Ihnen Spaß macht.
9. Tragen Sie in der Entwöhnungszeit Kaugummi oder zuckerfreie Bonbons mit sich.
10. Denken Sie positiv: Jeder Tag ohne Zigarette zählt und ist Ihr Erfolg!
11. Belohnen Sie sich für das Nichtrauchen.
12. Überlegen Sie, womit Sie sich mit dem eingesparten Geld eine Freude machen können.
13. Verzichten Sie unbedingt auf eine Zigarette "ausnahmsweise": Rückfallgefahr!

 

Rauchen am Arbeitsplatz Lust und Last, Endlich Nichtraucher

Endlich Nichtraucher


Als Nichtraucher werden Sie schon bald erste Vorteile im Alltag feststellen: Kreuzen Sie bitte nach einigen Tagen Nichtraucher-Leben an, was Ihnen besondere Freude bereitet:

Atem, Körper, Haar und Kleider riechen frischer
Ich fühle mich freier und gesünder
Der gelbliche Zahnbelag ist (fast) weg
Mein(e) Partner(in) küsst mich wieder mehr
Der Husten ist fast weg
Treppensteigen fällt mir wieder leichter
Die Wohnung riecht nicht mehr nach Zigaretten
Meine Kinder leiden nicht mehr unter dem Rauch
Mein Wille ist stärker als erwartet
Von Arbeitskollegen und Freunden erhalte ich Lob und Anerkennung

 

Rauchen am Arbeitsplatz Lust und Last, Wer hilft mir beim Aufhören? Ihr Betriebsarzt berät Sie gern

Wer hilft mir beim Aufhören? Ihr Betriebsarzt berät Sie gern


Er berät und unterstützt, indem er mit den Betroffenen Beratungsgespräche führt. Die Betriebsärzte im Arbeitsmedizinisch-Sicherheitstechnischen Dienst der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft halten bei Betriebsversammlungen Vorträge zum Thema Rauchen und Entwöhnung.

Ihre Ansprechpartner -
Arbeitsmedizinisch-Sicherheitstechnischer Dienst der BG BAU

Bezirk Nord
Hildesheimer Str. 309
30519 Hannover
Telefon: 0511 987-2544
Telefax: 0511 987-2550
E-Mail: asd-nord@bgbau.de
 
Bezirk Mitte
Hofkamp 84
42103 Wuppertal
Telefon: 0202 398-5118
Telefax: 0800 668 66 88 23-815
E-Mail: asd-mitte@bgbau.de
 
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Telefax: 089 8897-779
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