BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

Vorwärts blättern

Drogen am Arbeitsplatz - Clean ist clever, Titel

 PDF

DROGEN
am Arbeitsplatz

 

Drogen am Arbeitsplatz - Clean ist clever, Inhalt

Inhalt

  Risiko Drogenkonsum
  Über die Suchtgefahr
  Die "Drogenkarriere"
  Die Wirkung von Drogen
  Drogen und Medikamente
  Drogen im Straßenverkehr und am Arbeitsplatz
  Hinweise auf Drogenkonsum
  Ihr Betriebsarzt berät Sie gern

 

Drogen am Arbeitsplatz - Clean ist clever, Risiko Drogenkonsum

Risiko Drogenkonsum

Drogenkonsum ist grundsätzlich gefährlich, denn illegale Drogen sind in ihrer Wirkung größtenteils nicht kontrollierbar. Wer Drogen konsumiert, ist ein Risikofaktor am Arbeitsplatz. Er gefährdet die Kollegen und natürlich sich selbst.
Auch wer "nur mal probiert", muss wissen, dass die Wirkung tagelang anhalten kann.

Es gibt verschiedene Stufen des Konsums:

Probier- und Experimentierkonsum
Gelegenheitskonsum
(maximal fünf Konsumtage im Monat)
Gewohnheitskonsum

Letzterer bezeichnet den oft schon täglichen Konsum. In diesem Stadium kann man bereits von psychischer (seelischer) oder physischer (körperlicher) Abhängigkeit sprechen.

Nicht jeder, der illegale Drogen nimmt, ist automatisch süchtig oder von Drogen abhängig.

 

Drogen am Arbeitsplatz - Clean ist clever, Über die Suchtgefahr

Über die Suchtgefahr

Inwieweit ein Konsument Gefahr läuft, süchtig zu werden, ist abhängig von:

der Veranlagung der Person
der augenblicklichen persönlichen Verfassung
der (Einstiegs-)Droge
der Art, Dauer und Menge der Einnahme.

Beim Rauschgift Heroin gibt es kein Probierstadium!

Schon die erste Heroin-Spritze hat eine zerstörerische Wirkung. Sie ist der Beginn der Sucht, von der man aus eigener Kraft nicht mehr loskommt.

Der Einstieg in die Droge fängt oft ganz harmlos an: in der Disco, auf einer Party oder schon auf dem Schulhof. Selbst wenn es sich um sogenannte weiche Drogen (Haschisch, Marihuana) handelt: Diese Rauschgifte können zur seelischen Abhängigkeit führen und der Einstieg zum Konsum härterer Drogen (Ecstasy = Designerdrogen, Kokain, Morphin) sein.

Es hilft nur "Nein" zu sagen

Auch darüber muss man sich im Klaren sein: Eine echte Heilung der Suchtkrankheit ist bis heute nicht möglich. Es hilft nur ein absolutes clean Bleiben, d. h. lebenslanger, freiwilliger Verzicht auf Drogen. Einfacher ist es, gleich beim ersten Angebot stark zu bleiben.
Abzulehnen ist mutiger als schwach zu werden und zuzugreifen.

 

Drogen am Arbeitsplatz - Clean ist clever, Die "Drogenkarriere"

Die "Drogenkarriere"

Der Weg in die Suchterkrankung umfasst vier Phasen:

Einstieg

Meist ist einfach nur Neugier im Spiel oder man erwartet den besonderen, einmaligen Kick.

Erleichterung

Im 2. Stadium werden Rauschgifte gezielt als Verstärker für positive Gefühle und Sinneswahrnehmungen eingesetzt oder um Probleme zu vergessen.

Gewöhnung

In diesem Stadium erhöhen die Konsumenten schrittweise die Dosis. Allmählich beherrscht das Verlangen danach sämtliche Gedanken. Es kommt zu ersten körperlichen Ausfallerscheinungen.

Abhängigkeit

Zusätzlich zur seelischen Abhängigkeit entwickelt sich eine körperliche. Wird dem Körper die Droge vorenthalten, kommt es zu schmerzhaften Entzugserscheinungen, zum Beispiel:

Angstzustände
Schlaflosigkeit
innere Unruhe
Schweißausbrüche
Schüttelfrost und Fieber
Glieder- und Muskelschmerzen

 

Drogen am Arbeitsplatz - Clean ist clever, Die Wirkung von Drogen

Die Wirkung von Drogen

Je nach Drogeneinnahme erzielt man entweder eine stimulierende, aufputschende oder eine dämpfende Wirkung. Aber auch Negativwirkungen wie Horrortrips können auftreten.

Bedenkt man die Wirkung illegaler Drogen auch noch Tage nach deren Konsum (Echo-Rausch oder "Flashback"), wird die Gefahr für die Arbeitssicherheit, insbesondere an gefahrgeneigten Arbeitsplätzen wie auf dem Gerüst, deutlich.

Hände weg von Pilzen und Pflanzen

Auch die pflanzlichen Drogen sind nicht weniger gefährlich. Extrakte und Pflanzenteile aus Nachtschattengewächsen wie Engelstrompete, Stechapfel oder Tollkirsche können zu Halluzinationen und Psychosen führen. Das gleiche gilt für "Psillos", die aus giftigen Pilzarten gewonnen werden.

Illegale Drogen

Cannabis-Produkte (Haschisch, Marihuana)
LSD
Kokain/Crack
Synthetische Drogen (Amphetamine, Designerdrogen wie Ecstasy)
Opiate
Schnüffelstoffe

 

Drogen am Arbeitsplatz - Clean ist clever, Drogen und Medikamente

Drogen und Medikamente

Mischungen aus Drogen und Medikamenten sind für den Konsumenten völlig unberechenbar und können lebensgefährlich sein. Die sich verstärkende Wirkung der jeweiligen Substanzen wird unterschätzt, ebenso das Risiko, sich selbst und andere zu gefährden. Es kann sich zusätzlich eine Mehrfachabhängigkeit entwickeln.

Das Gleiche gilt übrigens für die Kombination mit Alkohol.

Beruhigungsmittel (Benzodiazepine) können nach längerem Gebrauch beim Absetzen Krampfanfälle hervorrufen. Starke Schmerzmittel enthalten Opiate, die dämpfend wirken. Auch "einfache" Schmerzmittel können als Kombinationspräparate außer dem schmerzstillenden Wirkstoff anregendes Coffein und/oder Codein enthalten.

 

Drogen am Arbeitsplatz - Clean ist clever, Drogen im Straßenverkehr und am Arbeitsplatz

Drogen im Straßenverkehr und am Arbeitsplatz

Drogen wirken sich auf die Fahrtüchtigkeit aus.

Das kann sich äußern in:

erhöhter Blendempfindlichkeit
Gesichtsfeldeinschränkungen
Hörverschlechterungen
Gleichgewichts- und Bewusstseinsstörungen
mangelnder Konzentration
nachlassender Reaktionsfähigkeit
Ermüdung
erhöhter Risikobereitschaft

Es gilt die Null-Drogen-Grenze!

Seit dem 1. August 1998 ist nach dem Straßenverkehrsgesetz Fahren unter Drogen ausdrücklich verboten.
Bei einem Verkehrsunfall oder einer Kontrolle kann es zu einer Bestrafung oder zu einer Mitschuld kommen, wenn eine Substanz nachgewiesen wird, egal in welcher Konzentration.

Null-Drogen-Grenze auch am Arbeitsplatz.

Warum sollte das nicht auch für den Arbeitsplatz gelten? Wer am Bau, auf einem Gerüst oder an laufenden Maschinen arbeitet, ist darauf angewiesen, dass er Entfernungen richtig einschätzt oder Gefahren wahrnimmt.

Deshalb Hände weg von Drogen!

 

Drogen am Arbeitsplatz - Clean ist clever, Hinweise auf Drogenkonsum

Hinweise auf Drogenkonsum

Folgende Warnzeichen sollten Anlass zu einem Gespräch mit dem jeweiligen Kollegen geben:

Veränderungen im Verhalten wie Distanzlosigkeit, Konzentrations- und Wahrnehmungsstörungen, massive Unausgeglichenheit, Selbstüberschätzung, plötzlich ausgeprägte Redseligkeit,
Auffälligkeiten im Arbeitsalltag wie häufige Fehlzeiten, Unpünktlichkeit, sinkende Arbeitsleistung und -qualität, Arbeiten im berauschten Zustand, plötzliche finanzielle Schwierigkeiten.

Wenn Sie nicht wissen, wie Sie einen Kollegen ansprechen sollen, wenden Sie sich an Ihren Betriebsarzt im Arbeitsmedizinischen-Sicherheitstechnischen Dienst der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (ASD der BG BAU).

 

Drogen am Arbeitsplatz - Clean ist clever, Ihr Betriebsarzt berät Sie gern

Ihr Betriebsarzt berät Sie gern

Wenn Sie weitere Fragen haben, informiert Sie Ihr Betriebsarzt im Arbeitsmedizinischen Dienst. Er kann auch den Kontakt zu Sucht- und Drogenberatungsstellen herstellen.

 

Ihre Ansprechpartner -
Arbeitsmedizinisch-Sicherheitstechnischer Dienst der BG BAU

Bezirk Nord
Hildesheimer Str. 309
30519 Hannover
Telefon: 0511 987-2544
Telefax: 0511 987-2550
E-Mail: asd-nord@bgbau.de
 
Bezirk Mitte
Hofkamp 84
42103 Wuppertal
Telefon: 0202 398-5118
Telefax: 0800 668 66 88 23-815
E-Mail: asd-mitte@bgbau.de
 
Bezirk Süd
Landsberger Straße 309
80687 München
Telefon: 089 8897-903
Telefax: 089 8897-779
E-Mail: asd-sued@bgbau.de

Weitere Ansprechpartner

 


IMPRESSUM

Herausgeber und Copyright:
Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft
Hildegardstr. 28-30
10715 Berlin
Internet: www.bgbau.de
asd-al@bgbau.de

Gestaltung:
H.ZWEI.S Werbeagentur GmbH
Plaza de Rosalia 2
30449 Hannover

Auflage 2005
Abruf-Nr. 712

 

 

Webcode: M442-1


Volltextsuche mit Filterfunktionen

Was ist neu?

Neue bzw. überarbeitete Medien:

Medienkatalog 2017