BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

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Damit es gelassen läuft, Titel

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Damit es gelassen läuft!

Tipps, damit Sie und Ihre Mitarbeiter gesund bleiben

Abruf Nr.: 631
Ausgabe 2015

 

 

Damit es gelassen läuft, Inhalt

Inhalt

Damit es gelassen läuft

Was ist eine psychische Belastung?

Was belastet uns bei der Arbeit – psychische Faktoren


Was Sie für Ihre Gesundheit und die Ihrer Mitarbeiter tun können


Führen will gelernt sein

Gesunde Selbstführung

Mitarbeiter führen

Die Rahmenbedingungen der Arbeit gestalten


Miteinander reden – miteinander arbeiten

Zuhören ist wichtiger als reden!

Wer fragt führt!


Stress erkennen, vermeiden und abbauen

Was ist Stress?

Gedanken machen Gefühle

Stress vermeiden und richtig damit umgehen


Eine gute Idee – Ideen-Treffen

Weitere Informationen

 

 

Damit es gelassen läuft, Damit es gelassen läuft

Damit es gelassen läuft

In den Mitgliedsbetrieben der BG BAU bestimmen vor allem körperliche Belastungsfaktoren den Arbeitsalltag.

Aber auch die im Betrieb gelebte Kultur hat einen Einfluss auf das Engagement, die Qualität der Arbeit und auf die Gesundheit. "Weiche Faktoren" wie Stimmung, Verhalten und Kommunikation kommen stärker in den Fokus.

In diesem Kontext spielen – um nur einige Beispiele zu nennen – psychische Belastungen, Stress, Führung und Wertschätzung eine bedeutende Rolle.
Wichtig für ein gutes Betriebsklima: Seien Sie Vorbild und gestalten Sie gute Rahmenbedingungen.

Wir wollen Ihnen einige in der Praxis bewährte Tipps anbieten, die für ein gutes Betriebsklima sorgen, die Motivation der Beschäftigten steigern und Sie und Ihre Mitarbeiter beim Erhalt der Gesundheit unterstützen.

Lassen Sie sich von den Vorschlägen inspirieren und prüfen Sie, welche Ihnen nutzen. Sehen Sie die Broschüre als einen Werkzeugkoffer unter dem Motto "Damit es gelassen läuft". Erwarten Sie keine Wunder. Um neue Verhaltens- und Denkweisen zur Gewohnheit werden zu lassen, müssen Sie diese über tausendmal wiederholen. Aber keine Sorge, jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt!

"Eine Angewohnheit kann man nicht aus dem Fenster werfen. Man muss sie die Treppe hinunterboxen, Stufe für Stufe."
Mark Twain


 

Was ist eine psychische Belastung?

"Wer rastet – der rostet" sagt der Volksmund und meint, wer sich keiner Herausforderung stellt und sich nicht belastet, baut ab.

Belastungen sind neutral. Sie bezeichnen alle Einflüsse, die von außen auf einen Menschen einwirken, wie z. B. Aufgaben, Verantwortung, Organisation. Die Auswirkungen einer Belastung auf den Menschen nennen wir Beanspruchung. Ob die Wirkung einer Belastung gut oder schlecht ist, hängt von der Dauer und Art der Einwirkung, den individuellen Fähigkeiten und den Anlagen des Menschen ab.

(Fast) jede Belastung kann zu einer psychischen Beanspruchung führen. Im optimalen Fall werden Ressourcen wie Selbstvertrauen aufgebaut. Im negativen Fall kann eine Stressreaktion eine Fehlbeanspruchung (z. B. Krankheiten, Selbstzweifel, Antriebsverlust, Konzentrationsprobleme) verursachen.

Nehmen wir zum Beispiel Lärm als Belastung. Die körperliche Beanspruchung kann zu einem Hörschaden führen. Zugleich ist dies eine psychische Belastung, weil der Lärm die Konzentration beeinträchtigt.

Als Unternehmer und Führungskraft haben Sie einen Einfluss auf die Belastung Ihrer Mitarbeiter. Mit guter Kommunikation, Führung und einem gelassenen Umgang mit Stress können Sie etwas für die Gesundheit Ihrer Mitarbeiter tun.

Gefährdungsbeurteilung auch für psychische Belastungen

Es steht im Arbeitsschutzgesetz: Die psychischen Belastungen müssen im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung erfasst und bewertet werden. Bei Bedarf müssen Maßnahmen vorgeschlagen und umgesetzt werden. Dabei geht es um eine menschengerechte Gestaltung aller Arbeitsbedingungen, um langfristig die Arbeitsfähigkeit und Gesundheit der Mitarbeiter zu erhalten.

Empfehlungen zur Umsetzung der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen sind in einer Broschüre zusammengefasst, die zwischen Unfallversicherungsträgern, Ländern, Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden abgestimmt wurde.


 

Was belastet uns bei der Arbeit – psychische Faktoren

In der nachstehenden Liste werden psychische Belastungsfaktoren genannt, die in der GDA-Leitlinie "Beratung und Überwachung bei psychischer Belastung am Arbeitsplatz" (S. 19ff) als wesentliche Belastungsfaktoren aufgeführt werden. Diese Auswahl ist nicht abschließend: Je nach Tätigkeitsanforderungen und Bedingungen im konkret zu betrachtenden Bereich können auch andere, hier nicht beschriebene Faktoren relevant sein. Ebenso kann eine Vorabbetrachtung ergeben, dass in dem konkret zu betrachtenden Bereich nur ein Teil der hier beschriebenen Belastungsfaktoren bedeutsam ist und entsprechend berücksichtigt werden muss.

Weitergehende Informationen zu den Belastungsfaktoren sind im Webportal des Arbeitsprogramms Psyche zu finden: www.gda-psyche.de

Merkmalsbereiche und Inhalte der Gefährdungsbeurteilung

1. Merkmalsbereich:
Arbeitsinhalt/Arbeitsaufgabe
Mögliche kritische Ausprägung
1.1 Vollständigkeit der Aufgabe Tätigkeit enthält:
  • nur vorbereitende oder
  • nur ausführende oder
  • nur kontrollierende Handlungen
1.2 Handlungsspielraum Der/die Beschäftigte(n) hat/haben keinen Einfluss auf:
  • Arbeitsinhalt
  • Arbeitspensum
  • Arbeitsmethoden/-verfahren
  • Reihenfolge der Tätigkeiten
1.3 Variabilität
(Abwechslungsreichtum)
Einseitige Anforderungen:
  • wenige, ähnliche Arbeitsgegenstände und Arbeitsmittel
  • häufige Wiederholung gleichartiger Handlungen in kurzen Takten
1.4 Information/Informationsangebot
  • zu umfangreich (Reizüberflutung)
  • zu gering (lange Zeiten ohne neue Information)
  • ungünstig dargeboten
  • lückenhaft (wichtige Informationen fehlen)
1.5 Verantwortung
  • unklare Kompetenzen und Verantwortlichkeiten
1.6 Qualifikation
  • Tätigkeiten entsprechen nicht der Qualifikation der Beschäftigten
    (Über-/Unterforderung)
  • unzureichende Einweisung/Einarbeitung in die Tätigkeit
1.7 Emotionale Inanspruchnahme
  • durch das Erleben emotional stark berührender Ereignisse
    (z. B. Umgang mit schwerer Krankheit, Unfällen, Tod)
  • durch das ständige Eingehen auf die Bedürfnisse anderer Menschen (z. B. auf Kunden, Patienten, Schüler)
  • durch permanentes Zeigen geforderter Emotionen unabhängig von eigenen Empfindungen
  • Bedrohung durch Gewalt durch andere Personen
    (z. B. Kunden, Patienten)
2. Merkmalsbereich:
Arbeitsorganisation
Mögliche kritische Ausprägung
2.1 Arbeitszeit
  • wechselnde oder lange Arbeitszeit
  • ungünstig gestaltete Schichtarbeit, häufige Nachtarbeit
  • umfangreiche Überstunden
  • unzureichendes Pausenregime
  • Arbeit auf Abruf
2.2 Arbeitsablauf
  • Zeitdruck/hohe Arbeitsintensität
  • häufige Störungen/Unterbrechungen
  • hohe Taktbindung
2.3 Kommunikation/Kooperation
  • isolierter Einzelarbeitsplatz
  • keine oder geringe Möglichkeit der Unterstützung durch Vorgesetzte oder Kollegen
  • keine klar definierten Verantwortungsbereiche
3. Merkmalsbereich:
Soziale Beziehungen
Mögliche kritische Ausprägung
3.1 Kollegen
  • zu geringe/zu hohe Zahl sozialer Kontakte
  • häufige Streitigkeiten und Konflikte
  • Art der Konflikte: Soziale Drucksituationen
  • fehlende Soziale Unterstützung
3.2 Vorgesetzte
  • keine Qualifizierung der Führungskräfte
  • fehlendes Feedback, fehlende Anerkennung für erbrachte Leistungen
  • fehlende Führung, fehlende Unterstützung im Bedarfsfall
4. Merkmalsbereich:
Arbeitsumgebung
Beispiele für negative Wirkungen
4.1 Physikalische und chemische Faktoren
  • Lärm
  • unzureichende Beleuchtung
  • Gefahrstoffe
4.2 Physische Faktoren
  • ungünstige ergonomische Gestaltung
  • schwere körperliche Arbeit
4.3 Arbeitsplatz- und Informationsgestaltung
  • ungünstige Arbeitsräume, räumliche Enge
  • unzureichende Gestaltung von Signalen und Hinweisen
4.4 Arbeitsmittel
  • fehlendes oder ungeeignetes Werkzeug bzw. Arbeitsmittel
  • ungünstige Bedienung oder Einrichtung von Maschinen
  • unzureichende Softwaregestaltung
5. Merkmalsbereich:
Neue Arbeitsformen
Beispiele für negative Wirkungen
  Diese Merkmale sind nicht Gegenstand des Aufsichtshandelns, spielen aber für die Belastungssituation der Beschäftigten eine Rolle.
  • räumliche Mobilität
  • atypische Arbeitsverhältnisse, diskontinuierliche Berufsverläufe
  • zeitliche Flexibilisierung, reduzierte Abgrenzung zwischen Arbeit und Privatleben

 

 

Damit es gelassen läuft, Was Sie für Ihre Gesundheit und die Ihrer Mitarbeiter tun können

Was Sie für Ihre Gesundheit und die Ihrer Mitarbeiter tun können

Führen will gelernt sein

 

Gesunde Selbstführung

Etwa ein Viertel der Führungskräfte zeigt Beschwerden wie Schlafstörungen, Depressionen u. a.. An die Führungskräfte werden besondere Anforderungen gestellt.

Viele Entscheidungen müssen mit nicht ausreichenden Informationen gefällt werden. Sie erleben Widersprüche zwischen den eigenen Bedürfnissen, der Verantwortung gegen über Ihren Mitarbeitern und dem unternehmerischen Erfolg.

Zur "Gesundheit" als Führungsaufgabe gehört der eigene Umgang mit Gesundheit und mit Stress auslösenden Faktoren. Die gesundheitsorientierte Selbstführung ist Vorbild und Anregung für die Mitarbeiter zugleich. Deswegen wäre es gut, wenn Sie mit der Einstellung führen "Ich sorge für mich selbst, damit ich für meine Mitarbeiter sorgen kann.".


PRAXISTIPPS

  • Klare Regelungen, wer für was zuständig ist, geben Ihnen als Führungskraft und Ihren Mitarbeitern Sicherheit im Handeln.
  • Mitarbeiter zu führen braucht Zeit. Wenn Sie Führungskraft sind, bedenken Sie dies, wenn Sie Ihre Arbeit planen.
  • Nutzen Sie als Führungskraft Ihren Handlungs- und Entscheidungsspielraum, um die Arbeit so zu gestalten, dass diese in der geplanten Zeit erledigt werden kann.
  • Sie sind als Führungskraft ein Vorbild an dem sich Ihre Mitarbeiter orientieren.
    Sorgen Sie für sich und Ihre Gesundheit. Treiben Sie Sport, machen Sie Ihre Pausen und lassen Sie Ihre Erreichbarkeit außerhalb der Arbeitszeit nur begrenzt zu.
    Das gibt Ihren Mitarbeitern Sicherheit ebenso zu handeln.
  • Seien Sie authentisch und interessiert sowie freigiebig mit Vertrauen, Lob und Anerkennung.
    Holen Sie sich Feedback und Unterstützung von Ihren Mitarbeitern und Vertrauten.
  • Eine der meist geschätzten Eigenschaften von Chefs ist übrigens: Berechenbarkeit.
    Setzen Sie um, was Sie ankündigen oder machen Sie es transparent, wenn Sie davon abweichen.
    Das gibt Ihren Mitarbeitern Sicherheit.
  • Führen will gelernt sein. Sorgen Sie für regelmäßige Fortbildungen – auch im Themengebiet "Gesundheit der Mitarbeiter".
 

Mitarbeiter führen

Für die Festlegung der Ziele sind Sie als Unternehmer verantwortlich. Als Verantwortlicher für Arbeitssicherheit und Gesundheit Ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schaffen Sie als Führungskraft Voraussetzungen für sichere und gesunde Arbeitsplätze. Sie beurteilen vorhandene Gefährdungen und treffen geeignete Maßnahmen, um diesen wirksam zu begegnen.

Durch die Mitarbeiterführung haben Sie einen direkten Einfluss auf Ihre Mitarbeiter. Eine aufgaben- und mitarbeiterorientierte Führung verbessert die Gesundheit sowie Arbeitsfähigkeit und erhöht die Arbeitszufriedenheit. Sie schaffen die Rahmenbedingungen und motivieren Ihre Mitarbeiter so zu gesundheitsgerechtem Verhalten.




PRAXISTIPPS

  • Reden Sie mit Ihren Mitarbeitern, nicht über sie.
  • Vertrauen, Transparenz, Wertschätzung und Beteiligung sind die Voraussetzung einer gesunden Unternehmenskultur.
  • Reden Sie mit Ihren Mitarbeitern über die Unternehmensziele und Regeln die daraus entstehen.
    Nur so können die Unternehmensziele und Regeln von allen Beschäftigten akzeptiert und umgesetzt werden.
  • Setzen Sie sich für jeden Einzelnen ein und suchen Sie den Dialog mit den Mitarbeitern – gerade in schwierigen Zeiten.
  • Mit Lob und Anerkennung zeigen Sie Ihre Wertschätzung.
  • Klären Sie mit Ihren Mitarbeitern welches ihre Aufgaben sind, um zum Unternehmenserfolg beizutragen.
  • Halten Sie sich an Absprachen und Vereinbarungen.
  • Suchen Sie bei Konflikten nach gemeinsamen Lösungen mit den Beteiligten und bieten Sie Unterstützung im Prozess an.
  • Reservieren Sie sich Zeit für die Aufgabe zu "führen".
 

Die Rahmenbedingungen der Arbeit gestalten

Die menschengerechte Gestaltung der Arbeitsbedingungen ist eine Führungsaufgabe. Voraussetzung für die gesundheitsförderliche Gestaltung ist ein ausgewogenes Verhältnis zwischen den Anforderungen, die sich aus einer Tätigkeit ergeben und den Voraussetzungen der Person.

Zu diesen Voraussetzungen gehören das Fachwissen, die erworbenen Kompetenzen und auch persönliche Eigenschaften wie das Alter, das Geschlecht oder die körperliche Leistungsfähigkeit.

In einem guten Team werden hohe Anforderungen besser bewältigt. Denn Team-Mitglieder unterstützen und helfen sich gegenseitig. Deswegen ist es erfolgversprechend, in ein gutes Betriebsklima und die Zusammenarbeit der Mitarbeiter zu investieren.


PRAXISTIPPS

  • Lernen Sie die Stärken und Schwächen Ihrer Mitarbeiter kennen.
  • Übertragen Sie Ihren Mitarbeitern möglichst die Aufgaben und Verantwortung, bei denen Ihre Mitarbeiter ihr Wissen und ihre Kompetenzen einsetzen und erweitern können.
  • Ermöglichen Sie Ihren Mitarbeitern – auch gemeinsam – ihre Arbeit selbst zu planen, auszuführen und zu kontrollieren.
  • Geben Sie Ihren Mitarbeitern Gelegenheit, miteinander zu sprechen und sich auszutauschen.
    Gemeinschaftsveranstaltungen sind eine gute Gelegenheit um den Zusammenhalt im Team zu fördern.
  • Ermöglichen Sie Ihren Mitarbeitern den beruflichen und den privaten Lebensbereich miteinander zu vereinbaren. Auch Ihre Mitarbeiter müssen abschalten, entspannen und anderen Interessen nachgehen.

 

 

Damit es gelassen läuft, Miteinander reden – miteinander arbeiten

Miteinander reden – miteinander arbeiten

"Wer erfolgreich kommuniziert löst Probleme und Konflikte."
Ein Kommunikationstrainer.

 

Zuhören ist wichtiger als Reden!

Zuhören ist die Grundlage der Kommunikation. Leider ist es viel schwerer zuzuhören, als es scheint: Wenn wir nicht mit unserer ganzen Aufmerksamkeit zuhören, dann werden die eigenen Gedanken zu dem, was unser Gegenüber sagt, schnell interessanter, als das was unser Gegenüber sagt.

Es gibt viele Abstufungen beim Zuhören. Vom Warten darauf, dass mein Gegenüber Luft holt, damit ich selbst weiterreden kann, bis zur hohen Kunst des Zuhörens "das aktive Zuhören".


PRAXISTIPPS

  • Wenn Sie zuhören, hören Sie nur zu.
  • Tun Sie nichts nebenbei, nicht einmal in Gedanken!
  • Wiederholen Sie, was sie verstanden haben – in eigenen Worten.
  • Fragen Sie nach – möglichst mit offenen Fragen. Auch so entscheiden Sie, was Sie hören werden (mehr dazu im Kapitel "Wer fragt führt!").
  • Fragen Sie nach, was Ihr Gegenüber verstanden hat.
  • Wenn es Probleme mit der Verständigung gibt, bitten Sie Ihren Gesprächspartner mit eigenen Worten zu wiederholen, was er verstanden hat.

 

Wer fragt führt!

Offene Fragen sind der kürzeste Weg, um in den Kopf Ihres Gegenübers zu kommen. Wenn Ihr Gesprächspartner gewillt ist, über die Formulierung einer Antwort auf Ihre Frage nachzudenken, dann sind Sie "drin".

  • Verwenden Sie Ihre Zeit für die Lösungen.
  • Geeignet sind alle offenen Fragen, die nach dem Was, Wie, Wo und Wer fragen.
  • Was bedeutet das für Sie?
  • Was heißt das genau?
  • Was ist Ihnen daran wichtig?
  • Wie stellen Sie sich das vor?
  • Woran denken Sie bei /wenn ... ?
  • Was ist für Sie das Wichtigste?
  • Was gibt es noch ...

Wenn es Sie interessiert "Warum" etwas passiert ist, dann fragen Sie am besten:

  • Was war vorher?
  • Wie kam es dazu?

Fragen mit Wieso, Weshalb oder Warum sollten Sie nicht stellen, da sie den Gesprächspartner dazu bringen, dass er sein Handeln begründet und sich verteidigt.


PRAXISTIPPS

  • Überlegen Sie sich vor dem Gespräch, was Sie interessiert!
  • Formulieren Sie sich Fragen vor und strukturieren Sie das Gespräch anhand der Fragen!
    • Wenn Sie diese Fragen nutzen, sieht Ihr Gesprächspartner, dass Ihnen das Gespräch wichtig ist.
    • Wenn Sie die vorbereiteten Fragen nicht nutzen, haben Sie dennoch das Gespräch "in der Vorstellung" schon etwas vorbereitet.
  • Schaffen Sie die Basis für ein gutes Gespräch:
    • Erinnern Sie sich an die positiven Seiten Ihres Gegenübers.
    • Erinnern Sie sich an eine Situation, in der Sie gemeinsam etwas erreicht haben.
    • Versetzen Sie sich selbst in eine gute Grundstimmung – erinnern Sie sich an schöne Momente, Erfolge und Kooperationen.
    • Überlegen Sie sich für mögliche Schwierigkeiten eine gute Strategie.
    • Bleiben Sie offen für eine gemeinsame Lösung.

 

 

Damit es gelassen läuft, Stress erkennen, vermeiden und abbauen

Stress erkennen, vermeiden und abbauen

 

Was ist Stress?

Stress ist eine uralte körperliche Reaktion des Menschen. In einer Gefahrensituation reagiert unser Organismus blitzschnell. Wir analysieren die Anforderungen der Situation und schätzen sie aufgrund unserer bisherigen Erfahrungen ein. Sind wir bisher mit ähnlichen Situationen gut zurechtgekommen, werden wir die aktuelle Lage als wenig belastend empfinden. In Stress kommen wir, wenn wir die Belastung nicht bewältigen können – oder glauben, dass wir die Herausforderung nicht bewältigen können. Schon der Gedanke "Ich schaffe das nicht" reicht dafür aus.

Unsere Einstellung zu uns selbst und zu unseren Fähigkeiten spielt dabei eine große Rolle. Auch unsere Erwartungen an uns selbst und an andere sind wichtig.

Viele Situationen können Stress auslösen, oft sind es die kleinen Ärgernisse und Anstrengungen des Alltags. Denken wir nur an den täglichen Arbeitsablauf auf der Baustelle, wenn Störungen, Verzögerungen und Hindernisse auftreten. Das kann an die Nerven gehen und negative Gefühle und Bewertungen verursachen: Ärger, Wut, Hilflosigkeit sind die Spitze des Eisbergs.


 

Gedanken machen Gefühle

Alles was wir wahrnehmen und als Gefahr bewerten, führt zur Stressreaktion und den dazu passenden Gefühlen. Oft sind dafür Denkfehler und Gewohnheiten ausschlaggebend.

Wenn Unvorhergesehenes passiert, fällt die spontane Bewertung meistens negativ aus. Die Folge sind negative Gefühle.

Typische stressende Gedanken und Denkfehler sind:

  • Ich muss perfekt sein.
  • Ich muss alles alleine schaffen.
  • Ich bin für alles verantwortlich.

PRAXISTIPPS

Gedanken können verändert werden, so kann es klappen:

  1. Identifizieren Sie den stressenden Gedanken und nehmen Sie ihn an.
  2. Suchen Sie einen Gedanken, der sich etwas besser anfühlt und den Sie noch glauben können.
  3. Konzentrieren Sie sich eine Minute nur auf diesen neuen Gedanken.
  4. Sie können den Vorgang wiederholen und sich den nächstbesseren Gedanken suchen oder eine Pause machen – eine Stunde oder einen Tag.

Was nicht funktioniert:

Den stressenden Gedanken zu verdrängen. Dies führt zu einer noch stärkeren Konzentration auf den Gedanken. Versuchen Sie jetzt einmal nicht an einen rosaroten Elefanten zu denken. Sehen Sie, schon ist er da, der rosarote Elefant.



 

Stress vermeiden und richtig damit umgehen

Herzrasen, Schweißausbrüche, zitternde Hände, Kopfschmerzen, Heißhunger oder gar keinen Hunger – Stress zeigt sich in unterschiedlichen Facetten. Nehmen Sie Ihre persönlichen Stress-Symptome ernst und achten Sie darauf, die innere Balance immer wieder zu finden.

Wer Wege kennt, sich selbst zu helfen, ist zuversichtlicher und erlebt weniger Stress.

Zu den persönlichen Schutzfaktoren gegen Stress gehören beispielsweise optimistisches Denken, eine Portion Humor und die Kontaktpflege zu anderen Menschen. Darüber hinaus ist es wichtig, Krisen und Misserfolge zu akzeptieren.

Geben Sie Ihrem Leben einen Sinn und sorgen Sie mit dem richtigen Zeitmanagement dafür, dass Sie in kleinen Schritten Ihre Ziele erreichen.

So geht es dem Stress an den Kragen.


PRAXISTIPPS

  • Lernen Sie sich noch besser kennen!
  • Wenn Sie ein Frühwarnsignal (Stress-Symptom) bemerken, nehmen Sie es ernst und reagieren Sie!
  • Wenn möglich, arbeiten Sie mit Pufferzeiten.
  • Organisieren Sie die Arbeit nach Ihrem Tageshoch.
  • Nehmen Sie sich kleine Pausen und bewegen Sie sich.
    Jeder Schritt – jede Bewegung zählt.
  • Bauen Sie positive Erlebnisse in Ihre Woche ein (z. B. Lesen, Treffen mit Freunden).
  • Treiben Sie regelmäßig Sport und nutzen Sie Entspannungstechniken.
  • Gönnen Sie sich den erholsamen Schlaf, den Ihr Körper braucht.

Weiterführende Informationen, Karten gegen Stress, Links zu Entspannungstechniken und vieles mehr finden Sie unter

www.bgbau.de/ergonomie-bau/psychische_belastungen

 

 

Damit es gelassen läuft, Eine gute Idee – Ideen-Treffen

Eine gute Idee – Ideen-Treffen

Sie wollen in Ihrem Unternehmen etwas verändern? Sie wollen die Mitarbeiter auf dem Weg mitnehmen und motivieren?

Wir haben zu diesem Thema Material zu Ihrer Unterstützung:

Die Broschüre
"DGUV-I 206-007
So geht’s mit Ideen-Treffen".

www.dguv.de ,
Webcode: d125363

In der Broschüre finden Sie Anregungen für einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess, bei dem Arbeitsabläufe, Produktqualität und Arbeitsschutz Schritt für Schritt verbessert werden können. Kernstück der Methode sind regelmäßige, nach einem festgelegten Muster ablaufende Besprechungen, so genannte "Ideen-Treffen", bei denen alle Beschäftigten aktiv eingebunden werden.

Die Broschüre gibt auch Tipps, wie Sie diese Ideen-Treffen für Arbeitsausschusssitzungen, eine moderierte Unterweisung oder sogar für die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen einsetzen können.

Für grundlegende Informationen zum Thema psychische Belastung bei der Arbeit und Stress empfehlen wir Ihnen die Broschüre "Arbeiten: Entspannt – gemeinsam – besser (DGUV Information 206-006).

Beide Broschüren finden Sie unter www.bgbau-medien.de – Vorschriften/Regeln – DGUV-Informationen zum Download bzw. zur kostenfreien Bestellung.

Sie wollen gemeinsam mit Ihren Beschäftigten Lösungen (er)finden, um die Abläufe zu optimieren oder die Zusammenarbeit zu verbessern? In dem Erklärfilm "Ideen-Treffen" erhalten Sie in 3 Minuten die wichtigsten Informationen um anzufangen (www.bgbau.de , Webcode: WCYzBk).

 

Weitere Infomationen




www.bgbau.de
Webcode:
3011493

Auf unseren Internetseiten "Psychische Belastungen in der Arbeitswelt" unterstützt Sie die BG BAU mit weiteren Informationen und Angeboten zu dieser Thematik.

 

 

Webcode: M1407-1


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