BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

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9 Asbestfasermessungen

Bei den Asbestmessungen ist zu unterscheiden zwischen Arbeitsplatzmessungen nach BGI 505-46 und Messungen nach VDI 3492 Blatt 2 zur Erfolgskontrolle von Sanierungen oder von vorläufigen Maßnahmen.

9.1 Arbeitsplatzmessungen

Mit der Durchführung von Messungen dürfen nur Messstellen beauftragt werden, die über die notwendige Sachkunde und über die notwendigen Einrichtungen verfügen. Der Arbeitgeber kann davon ausgehen, dass die Messergebnisse korrekt und zutreffend sind, wenn er eine akkreditierte Messstelle mit den Messungen beauftragt.

Die Akkreditierung von außerbetrieblichen Messstellen kann für fünf Stoffgruppen oder Teilbereiche vorliegen:

Gruppe 1: Aerosole (Stäube, Rauche, Nebel),
Gruppe 2: Faserstäube,
Gruppe 3: Anorganische Gase und Dämpfe,
Gruppe 4: Organische Gase und Dämpfe,
Gruppe 5: Ausgewählte Parameter/Gebiete (Stoffe deren Bestimmung einen hohen Aufwand erfordert).

Für Asbestmessungen ist die Akkreditierung für die Gruppe 2 erforderlich.

Die Akkreditierung von Messstellen wurde bis Ende 2005 von der Zentralstelle der Länder für Sicherheitstechnik (ZLS) vorgenommen. Das letzte Verzeichnis wurde im März 2006 veröffentlicht. Da die ZLS die Akkreditierung eingestellt hat, müssen sich Stellen, die weiterhin an einer Akkreditierung interessiert sind, an andere Akkreditierungsstellen wenden, wie z. B.

  • die Deutsche Akkreditierungsstelle Chemie GmbH oder
  • das Deutsche Akkreditierungssystem Prüfwesen GmbH.

Messstellen, die eine Akkreditierung dieser Stellen besitzen, verfügen ebenfalls über die Kompetenz, Arbeitsplatzmessungen durchzuführen.

Weitere Informationen zu akkreditierten Messstellen siehe www.bua-verband.de/gefahrstoffmessstellen.html

9.2 Erfolgskontrollmessungen nach VDI 3492 Blatt 2

Ist bei ASI-Arbeiten mit Asbestprodukten vor einer erneuten Nutzung des Raumes der Sanierungserfolg durch Messungen nachzuweisen, gilt eine Sanierung dann als erfolgreich,wenn die beiden folgenden Bedingungen erfüllt sind.

  1. Die Asbestfaserkonzentration mit Faserlängen L>5 µm, Faserdurchmessern D < 3 µm und einem Verhältnis von Faserlänge zu Faserdurchmesser L : D > 3 : 1 wird aus der auf dem Filter beobachteten Faseranzahl berechnet. Jeder Messwert muss weniger als 500 F/m3 betragen.
  2. Die Obergrenze des aus der Anzahl der Asbestfasern mit einer Faserlänge L > 5 µm, einen Faserdurchmesser D < 3 µm und einem Verhältnis von Faserlänge zu Faserdurchmesser L : D > 3 : 1 nach der Poisson-Verteilung berechneten 95%-Vertrauensbereichs der Asbesfaserkonzentration muss unterhalb von 1000 F/m3 liegen.

Messungen dürfen nur von Instituten durchgeführt werden, die die ordnungsgemäße Durchführung der Messung nach der VDI-Richtlinie 3492 Blatt 2 gewährleisten. Die Messungen dienen dem Schutz von Personen bei der normalen Gebäudenutzung und unterscheiden sich von Arbeitsplatzmessungen u. a. durch eine Nutzungssimulation, der Messzeit und dem Luftvolumen.

Bei der Sanierung von schwach gebundenen Asbestprodukten erfolgt in der Regel eine Raummessung vor Aufhebung der Schutzmaßnahmen. Nach Abbau der Abschottung und erneuter Raumreinigung ist anschließend die Erfolgskontrollmessung durchzuführen, ehe der Raum wieder freigegeben wird.

 

Webcode: M169-11


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