BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

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6 Geprüfte Arbeitsverfahren geringer Exposition

Bei geprüften Verfahren geringer Exposition handelt es sich um Arbeitsverfahren, die aufgrund repräsentativer Messergebnisse in einem Arbeitskreis geprüft und bewertet worden sind.
Die Veröffentlichung und Freigabe der Verfahren (BGIA-Handbuch und BGI 664) erfolgt erst, wenn alle Voraussetzungen und Prüfnachweise erfüllt sind, die vom Arbeitskreis festgelegt worden sind (veröffentlicht in der BGI 664).

Trennen eines AZ-Rohres mittels Kettenrohrschneider

Trennen eines AZ-Rohres mittels Kettenrohrschneider (BT 3)

Bei Anwendung geprüfter (standardisierter) Verfahren geringer Exposition ist sichergestellt, dass bei strikter Einhaltung der Arbeitsanweisungen die Exposition der Arbeitnehmer unter 15.000 F/m3 liegt und bei Arbeiten in Innenräumen die Räume nach Abschluss der Arbeiten nicht kontaminiert sind.

Geprüfte Verfahren werden in Form einer Arbeitsvorschrift in der BGI veröffentlicht. Da die Informationsschrift nicht bei jedem neu verabschiedeten Verfahren neu aufgelegt (neu gedruckt) wird, sollte der aktuelle Stand im Internet abgerufen werden:
www.dguv.de/ifa/de/pra/asbest/index.jsp

U. a. gibt es geprüfte Verfahren

  • für den Ausbau von Vinyl-Asbestbodenplatten (BT 15),
  • für den Ausbau von CV-Bodenbelägen (BT 15),
  • zum Trennen von AZ-Rohren (BT 3),
  • zum Anbohren von AZ-Wasserrohrleitungen (BT 1),
  • zum Bohren von Gerüstverankerungen (BT 12),
  • zum Abschleifen von asbesthaltigen Bitumenklebern (BT 17),
  • zum Entfernen von asbesthaltigen Magnesia-Estrichen (BT 18),
  • für die Reinigung und Beschichtung von Asbestzementfassadenplatten (BT 19).
  • für den Ausbau von asbesthaltigem Fugenkitt (BT 20),
  • für das Reinigen und Beschichten von AZ-Lüftungskanälen (BT 22),
  • für die Hochdruckreinigung von Abwasserkanälen aus Asbestzement (BT 29).

Geprüfte Verfahren gelten jeweils nur für den beschriebenen Anwendungsfall und bei konsequenter Einhaltung der Arbeitsvorschrift.

Im Anhang der Broschüre wurde beispielhaft die Arbeitsvorschrift für das geprüfte Verfahren zum "Ausbau von Vinyl-Asbestplatten (auch Flexplatten genannt)" aufgenommen (s. Anhang ). Das Verfahren ist nur anwendbar, wenn die Platten auf Bitumenkleber geklebt sind.

Bei Anwendung geprüfter Verfahren geringer Exposition kann eine unternehmensbezogene Mitteilung erfolgen.

Weitere Erleichterungen:

  • Verzicht auf Atemschutz,
  • Verzicht auf die Bereitstellung einer Dusche,
  • Verzicht auf arbeitsmedizinische Pflichtuntersuchungen,
  • Verzicht auf Abschottung des Arbeitsbereichs,
  • Verzicht auf Freigabemessungen.

Trotz des Verzichts auf Atemschutz ist vom Arbeitgeber Atemschutz bereitzustellen, um bei Störfällen umgehend und angemessen reagieren zu können. Außerdem soll den Arbeitnehmern die Möglichkeit gegeben werden, sich individuell zu schützen.

Die Arbeitsausführung darf nur durch fachkundige und besonders eingewiesene Personen erfolgen. Im Betrieb muss ein sachkundiger Verantwortlicher vorhanden sein, zur Unterweisung müssen Gefährdungsbeurteilung und Betriebsanweisung vorliegen.

Eine ständige Beaufsichtigung der Arbeiten vor Ort ist nicht erforderlich. Der Sachkundige kann auch für räumlich voneinander getrennte Arbeitsbereiche zuständig sein und diese beaufsichtigen. Dies bedeutet nicht, dass keine qualifizierte Aufsicht vor Ort sein muss. Eine in das Verfahren eingewiesene Aufsicht muss immer vorhanden sein.

 

Webcode: M169-8


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